Martins Rock´n´Roll Site
08/05/2011, 15:11 Uhr, Vera und die "Cancer Sucks Tour 2011"


Kinders wie die Zeit vergeht, 

inzwischen ist es schon fast fünfzehn Monate her, dass ich Egypt verlassen habe, und nun bin ich auch schon wieder seit fast neun Monaten im guten alten Deutschland. Ein Raum-Zeitloch mit einer Drei° Grad Krümmung scheint ein Witz gegen das zu sein, was sich in meiner ganz eigenen Wahrnehmung abgespielt zu haben scheint.

 Meinen letzten Kurzbericht habe ich noch vom Krankenbett aus geschrieben, und in einem Anflug von Euphorie und mich selbst überholendem Enthusiasmus versprochen, dass ich mich schon am 10ten März wieder melden wollte. Ha, da habe ich wohl, da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken, aber bekanntlicherweise ist aufgehoben ja nicht aufgeschoben, und so habe ich den 10ten März einfach mal eben auf den 8ten Mai verlegt.Wie hat mal ein bekannter und offensichtlich sehr weiser Mann mal zu mir gesagt? „What works, that works…!“ Yeah, you are very welcome for a cup of coffee my friend, as the other wise man (me, myself and I) said!

Viel ist passiert in den letzten drei Monaten. Tunesien und Ägypten haben sich Ihrer Diktatur entledigt, in der halbe Arabische Welt scheint ein umdenken eingesetzt zu haben, und auch ein Teil der übrigen Völker machen sich auf um ihren selbsternannten Führern die Tür zu zeigen. Die Bilder vom Mauerfall tauchen wieder vor meinem geistigen Auge auf, und ich bin zutiefst berührt von dem Mut der Mensche ihr Leben für die Freiheit aufs Spiel zu setzen. Wie sehr ich mich für meine zweite Heimat freue, dass sie sich des 30 jährigen Jochs auf so schöne und friedliche Art und Weise entledigen konnten, ich wünsche den Menschen von ganzem Herzen, dass es ihnen auch gelingen mag, sich diese neu gewonnene, wertvolle Gut zu erhalten und nachhaltig auszubauen.

Auf der einen Seite der Welt kämpfen die Mensche um ihre Freiheit, und auf der anderen um ihr Leben. Auch wenn es für uns so scheinen mag, als wenn alles irgendwie schon wieder gut zu sein scheint, weil Knut der verstorbene Medienbär das Leid der Menschen in Japan erst auf Seite drei, und danach ganz aus den Medien verdrängt hat, so findet die Katastrophe dennoch weiter statt. Es ist nicht nur in Erdbeben gewesen, nicht nur ein Tsunami, und nicht nur eine kleine Atomkatastrophe die dort stattgefunden haben, die Erde bewegt sich immer noch, und der atomare Gau bahnt sich weiterhin seinen Weg. Jeden Tag kämpfen die Menschen dort immer noch ums Überleben, und die Langzeitfolgen sind heute noch gar nicht abzusehen.

Im Angesicht all dieses Leids habe ich mich oft gefragt, ob ich mein eigenes Schicksal und den Umgang damit nicht neu bewerten muss, denn schließlich habe ich, ganz im Gegensatz zu so vielen, immerhin noch Zeit und eine realistische Chance, die mich einen Blick in die Zukunft werfen lässt. Und obwohl ich noch im Februar nicht daran zu glauben gewagt habe, geht es mir heute wieder gut, und ich kann meine Tag genießen…und das tue ich auch, jeden einzelnen!

Da sind zum Beispiel die Ausritte mit meiner Dame, Vera!

So wie ich wieder aus dem Krankenhaus war, ich wieder halbwegs stehen konnte, und der erste wärmende Sonnenstrahl sich hat blicken lassen, habe ich Vera für den Verkehr zugelassen. Oh, lange habe ich mich darauf gefreut, habe mir vorgestellt wie Vera und ich bösen Verkehr machen, und unsere gemeinsame Zeit genießen werden.

Als Vera und ich uns kennen gelernt haben, habe ich nicht die Probefahrt gemacht! Viel gründe habe dafür eine Rolle gespielt, unter anderem der, dass ich mir den Spaß des ersten Males einfach noch aufheben wollte für die Zeit „danach“. In den kalten Wintertagen habe ich sie geputzt, Teile in mühevoller Kleinstarbeit poliert, sie geputzt und gewienert, und noch bis zum Tag ihrer Anmeldung habe ich sie nicht einmal für einen Soundcheck angelassen. Dann war es soweit, mit allen Papieren bin zur Zulassungsstelle habe ein schönes kleines Schild bekommen, und… Ach ich dachte mir es könnte vielleicht eine gute Idee sein, meiner Dame eine kleine Aufmerksamkeit für unseren ersten gemeinsamen Tag mitzubringen. Bei Louis haben sie doch so einen kleinen, unheimlich schönen Spiegel gehabt. Ja, der muss es sein, der würde Vera unheimlich gut stehen. Dann können auch die alten genau so unheimlich hässlichen weg…verdammt gute Idee, ich mag mich!

Zuhause angekommen, wurde der Spiegel montiert, und…Veras Triebwerk das erste Mal gezündet! Yeah, genauso habe ich mir das vorgestellt, ein satter, tiefer Sound der die Gewalt eines V4-Motors mit 140 Horsepowers erahnen lässt….cool. Braincap auf, und auf zur ersten Ausfahrt. Gott habe ich das vermisst, Gott bin ich cool, Gott …ist das mit dem Braincap bei 12° Grad Außentemperatur scheiße kalt am Kopf…aber ich bin cool, double-yeah!Der erste Ritt ging in die Stadt, hier und da ein bisschen looki-looki gemacht, und schon geht das wieder ab nach Hause, schließlich will ich mir ja auch keinen Gefrierbrand am kahlen Kopf holen. Als ich auf die Ampel zukomme, sehe ich von weitem noch einen Polizisten auf seinem mit viel Plastik verkleidetem Motorrad. I know, mein „Helm“ hat keine Zulassung, aber ich werde doch nicht, wie damals in meiner postpubertären Phase mich vor der Polizei verstecken, oder gar einen anderen Weg nehmen. Nein dafür bin ich einfach zu alt, und schlicht und ergreifend auch einfach zu cool!

Nun ja, was soll ich sagen, es hat keine halbe Minute gebraucht bis mein Freund und Helfer neben mir stand, und mich auf den Gehweg zitiert hat. Seine ersten Worte waren „ ja was ist das denn für ein Helm“ und noch eher ich zu einer adäquaten eloquenten antwort ausholen konnte, hat er sich auch schon meiner Dame zugewendet, und „ der Spiegel ist doch garantiert auch nicht zugelassen“ verließen sein mir offensichtlich nicht wohl gesonnenes Mundwerk!mVerdammt, dass kann doch nicht wahr sein, meine erste Ausfahrt, und gleich 15€ für die nicht zugelassenen, aber unheimlich coolen teile gelegt. Ein Euro pro Kilometer, nicht schlecht für den Anfang, hoffentlich kann ich da noch was an meiner Performance machen!

Das ich bei der letzten Ausfahrt geblitzt wurde, nur weil ich auch mal der Anführer meiner Gang sein wollte, erwähne ich wohl besser nicht. Ich hätte mich vielleicht auch wundern sollen, dass gerade an der einen Ampel, meine unter einer guten Bewaffnung stehenden Mitreisenden, nicht wie ganze Zeit vorher wie wild am Gashahn reißen, sondern ganz gesittet losfahren. Aber immerhin, ich war schnell, ich war böse, und der Blitzer hat nur ein Bild von vorne aufgenommen. Hoffentlich ist es scharf genug um die Fliegen zwischen meinen Zähnen erkennen zu können.  Und noch viel hoffentlicher hat sich die Polizei von hannover noch nicht eine Gesichtserkennungssoftware zugelegt und arbeitet seit neustem mit facebook zusammen, so dass ich doch noch das Ticket für viel zu tiefes und viel zu schnelles Fliegen bekomme….tripple-yeah!

By the way, nächste Woche startet die „Cancer Sucks Tour 2011“! Erste Station wird für unglaubliche 5 Tage die Perle des Mittelmeers, Mallorca, sein. Natürlich wollen wir nicht nur die Sonne und das glasklare Wasser genießen, sondern besuchen dort Freunde. Und so ganz nebenbei werden wir die Tauchbasis der Tauchbasen am Mittelmeer abchecken.

http://www.bigbluediving-mallorca.net/

Kaum wieder zurück geht es weiter nach Eisenach zu den „German Racewars“ wo „Mr. Matze Speed T.“ vom 19/05-22/05 das erste mal dem neuen Rock’n’Fly Racer die Sporen gibt. Wir reisen am 21te an, und werden definitiv das haben was man durchaus einen gehobenen Spaß nennen kann.

http://www.german-racewars.com/typo3/

Und daaaann geht es Ende Juni weiter nach good old Hurghada, mein zweites Wohnzimmer. Zwei Wochen extrem Tauchi-tauchi bis maximal 10 Meter machen.           Ich werde auf jeden Fall berichten…yeehaaaaa…

28/01/2011, 11:51 Uhr, bei den Samurai   
Seit nunmehr fast zwei Wochen wohnt Herr Reiner Neid mehr oder weniger bei mir um, respektive wie der Hannoveraner zu sagen pflegt „umme“ Ecke. Nimmt man es ganz genau sitzt er eigentlich bei mir schon fast auf dem Schoß! Dem Reiner mag das gut gefallen, Blanka Hohn allerdings wäre es, würde ich ihn dort sitzen lassen. Was auch immer Reiner und Blanka gedenken in den nächsten Tagen zu tun, ich habe mich nicht dem gleichnamigen Gefühl von Reiners Nachnamen hingegeben, sondern habe mich in einen maximal aktiven Status versetzt, und mich selbst auch nach einer Waffe umgesehen. Kann ja wohl nicht wahr sein, dass der Matze sich so bewaffnet hat, und meine einzige Möglichkeit mitzuziehen ist ein paar Outdoor Turnschuhe von Deichmann.

Definition von „Neid“:
Unter Neid versteht man das ethisch vorwerfbare, gefühlsmäßige (emotionale) Verübeln der Besserstellung konkreter Anderer. Ähnlich ist der Begriff der Missgunst. Fehlt es am ethischen Vorwurf, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Überlegenheit, die man selber gerne hätte und nicht zu erreichen vermag. Will man Neid rechtfertigen, so ist eher von einem Streben nach Gleichheit die Rede. Wie andere Gefühle auch, hat der Neid Vorteile für den, der ihn hegt.

Eine sehr schöne Definition, die, zumindest im letzten Teil, den Nagel auf seinen schmerzenden Kopf trifft.
Natürlich spreche ich mich von der Missgunst frei, wer wäre ich, wenn ich jemandem anderes seine Träume nicht gönnen würde! Auch ist kein Gefühl von Unbehagen gegenüber der Überlegenheit vorhanden, aber ein zutiefst inneres Bedürfnis nach einem Streben nach Gleichheit ist definitiv vorhanden. Yeah, und dieses Gefühl hat ganz klar einen Vorteil gehabt, für mich der es hegt.
Auf die Suche habe mich gemacht. Auf die Suche nach etwas was meinem Streben nach Gleichheit Befriedigung verschaffen kann. Zeitungen, und Internetportale habe ich unter die Lupe genommen, und die darin stehenden Angebote auf Herz und Nieren geprüft.
Etwas Besonderes, etwas Brutales muss her!

Damals, in den frühen 80gern haben Japanische Ingenieure einer fast nicht zu lösenden Aufgabe gegenüber gestanden. Nach der Flut von Motorrädern, die in ein Kleid aus Plastik gehüllt waren, und den Markt mit ihrem Racing-Design belästigt haben, musste wieder ein richtiges Motorrad her. Eine Waffe sollte in den Schmieden des Landes der aufgehenden Sonne geschaffen werden. Frei von jeglichem Plastik und überflüssigem Firlefanz sollte sie der Jogurtfraktion das fürchten lehren. Es wurde geschmiedet und gehämmert, gedengelt und gebördelt, Metal wurde, wie in den alten Zeiten der glorreichen Samurai, unendliche Male gefaltet, und wieder in Eins verwandelt. In den geheimen Werkstätten wurde die alte, edle Kunst des Motorradbaus wieder aus der Asche emporgehoben.
Ihr Hauptaugenmerk galt dem Motor dem Herz eines Rennens! Anblick und Klang alleine sollten dem Gegner, dem der es wagt dem Master über rohe Kraft und Gewalt herauszufordern, das Fürchten lehren. Über den Fleiß und Schweiß hinaus, dem Antrieb einen Sieger von der Ampel weg zu kreieren, wurden Fahrwerk und der Negativbeschleunigungsapparat (Bremsen), einfach missachtet. Was ist das auch schon Fahrkomfort, und die Möglichkeit bei Bedarf die Geschwindigkeit zu verzögern, oder gar zum stehen zu kommen. Niemals hat ein Samurai den Gang nach hinten angetreten! Im Gegenteil, ein Samurai geht nach vorne, kann über das Wasser laufen, und auch mal eben einen 20m Satz machen um zu beeindrucken.
Nach Monaten harter Arbeit kamen die Nips wieder aus Tempeln hervor - mit einem neuen Schwert in der Hand!
Yamaha V-Max!
Das „V“ steht für Ge- schwindigkeit, das "Max" spricht für sich selbst. Maximale Geschwindig- keit und Beschleunigung, gepaart mit dem blub- bernden Sound eines V-Motors, und der ag- gressiven Optik eines Dragsters, genau das Richtige für einen Gefahrensucher …yeah!




Letzte Woche bin ich im Norden Deutschlands fündig geworden. Da stand sie, meine neue „Vera“, hat mich angelächelt, mir zugezwinkert, sich von Ihrer besten Seite gezeigt. Mein Herz fing schneller an zu schlagen, Schweißtröpfchen haben sich auf meiner Stirn gebildet. Das muss die viel beschriebene Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.
Da steht sie nun bei mir zu Hause in Ihrer noch fast ursprünglichen Form, was natürlich gar nicht geht! Noch ist Winter, und noch ist Zeit um aus Vera ein Rock’n’Fly Bike zu machen!

So werden wir im Sommer gemeinsam auf den Weg nach Eisenach machen, um beim ersten Rennen des neuen Rock’n’Fly-Racers dem Piloten unsere Aufwartung zu machen…und da war ja auch der Plan, sich im Sommer mit dem Bike auf den Weg in Richtung Süden zu machen…


04/01/2011, 16:59 Uhr bei der Armee

Willkommen im Jahr 2011, dem Jahr, welches die besten Voraussetzungen mit sich bringt, für mich das Jahr der Jahre zu werden. Zum einen ist es so, dass wenn man die letzten beiden Ziffern (Anmerk. D. Red.: 11) mit sich selbst addiert, und wiederum die Summe daraus zu den ersten beiden Ziffern (20) hinzuzählt, die die unglaubliche Zahl, die Zahl der Zahlen, die Antwort auf die große Frage der Fragen nach dem eigenen Dasein, dem Universum und dem Rest, 42 dabei rauskommt. Erschwerend hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass ich dieses Jahr beabsichtige, gewollt oder ungewollt, dass ist hier die Frage (eine Kramersche frei Interpretation von Shakespeare – oder Shakesbeer wie er in Gefahrensucherkreisen auch gerne genannt wird), selber 42 zu werden.
Wer sich im Übrigen in den letzten 3 Jahren die Frage gestellt haben sollte, was es den eigentlich mit der Zahl 42 auf sich hat, der sollte sich den genau jetzt von mir gegebenen hochwertigen Literaturtipp „Per Anhalter durch die Galaxis“ zu Herzen nehmen. Ein wahres Leckerli an intelligenter und fantastischer Schreibkunst!

Well, well wie der Amerikaner zu sagen pflegt. Ende letzten Jahres, genauer gesagt zu heilig Abend, war ich, um dem Jahr einen guten Abschluss zu geben und mich selbst reichlich zu beschenken, auch noch mal so frei, unerwarteter Weise eine Arme, für meinen Kampf um die Gesundheit, ungeahnten Ausmaßes auf die Beine zu stellen, bzw. zu gebären.

Rückblick:
Am13/12 war es soweit, die erste von drei Phasen meiner Behandlung war abgeschlossen. In den letzten drei Monaten habe ich regelmäßig die Tagesklinik der Medizinischen Hochschule Hannover aufgesucht, um mir unter dem Motto „wir bereiten gemeinsam meinen Körper für die Phasen zwei und drei vor“, meine intravenöse Rationen Chemikalien abgeholt. Die Nebenwirkungen der Medikamente waren weitest gehend keine! Die legendäre Übelkeit hat sich durch ihr eigenes Ausbleiben hervorgehoben, und für mich ganz wichtiger Aspekt, die Haare haben mir den Eindruck vermittelt, als wenn wir zusammenhalten, und nicht ein einziges hat sich aus dem Kollektiv entfernt. Am Ende der ersten Phase, waren wie zu erwarten, die guten Werte endlich wieder auf ein annehmbares Niveau gestiegen, und im Gegensatz dazu die schlechten Werte, die die keiner haben will, äquivalent dazu gesunken. Viel Sport habe ich in der Zwischenzeit auch noch getrieben, so dass ich Tag gehabt habe, an denen ich mir meiner temporäreren gesundheitlichen Unzulänglichkeit nicht einmal mehr bewusst war. Alles in allem eine mehr als gute Voraussetzung für Phase 2!

Jung, dynamisch, vor Kraft und Mut strotzend, bin ich also zurück in die MHH, die ich drei Monate vorher, dem Tot von der Schippe gesprungen, geneigten Hauptes, kraftlos verlassen habe, um mich der kommenden Therapie zu stellen, und meinen kleinen Klonkriegern, die in mir Rabatz machen, zu zeigen wo der Hammer hängt.
Drei Tage lang habe ich nun fast durchgehend Chemie in verschiedenen Farben in mich reintröpfeln lassen, und Zeit genug gehabt mich selbst zu beobachten. Es ist schon ein komisches Gefühl diese Gifte in sich rein laufen zu sehen, und völlig machtlos zu sein. Überhaupt nichts tun, oder beeinflussen zu können, und sich voll und ganz auf das Know-How und die Kompetenz der behandelnden Professoren und Ärzte verlassen zu müssen. Angst ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber es ist auf jeden Fall ein Gefühl was in eine ähnliche Richtung tendiert. Nur gut, dass ich Gefahrensucher bin, und mich dem somit mit dem entsprechendem Bewusstsein entgegenstellen konnte. Eine sehr interessante Lebenserfahrung!

Zu meiner Erleichterung habe ich auch diese Behandlung wirklich gut vertragen, und wieder sind die befürchteten Nebenwirkungen ausgeblieben. Großartig! Zwar war ich ein wenig schwächlich auf der männlichen Brust, aber nach einer Woche konnte ich dann auch schon wieder in leicht gebückter Haltung nach Hause gehen. Sinn und Zweck von Phase 2 von 3 ist es gewesen einen kleinen Teil des Knochenmarks zu terminieren, um danach unter Gabe von diversen Medikamenten den Körper dazu zu animieren, Stammzellen zu produzieren, die dann gesammelt werden können. Wohl bemerkt ein Prozess der im Normalfall so etwa zwei bis drei Wochen dauert! Gesagt, getan – und da ich ja hoch motivierter bin, habe ich nicht so lange gewartet, sondern die Armee meiner Krieger schon an Tag vier geboren. Dem nicht genug, bin ich auch was die Anzahl meiner Frühchen-Armee betrifft ein wenig über das ziel hinaus geschossen! Normal sterbliche, mit einem normalen Niveau an Motivation und Einsatzbereitschaft, produzieren bis zu Entnahme ca. 50 Krieger pro Einheit. Ich dagegen habe lockere 1536 geboren. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie stolz und zufrieden ich mit mir war, als mein Professor meinte das die Anzahl der gesammelten Zellen für die ca. 30 Stammzellentherapien reichen würde, und er mir garantieren könnte, dass ich nie wieder eine Sammlung machen müsste. Yeah, ich bin eine Maschine…double-yeah! So stolz ich auch auf mich war, komme ich nicht umhin zuzugeben, dass die ganze Sache auch einen nicht unwesentlichen Haken hatte. Die köpereigene Produktion der Stammzellen kann eine recht schmerzhafte Angelegenheit sein. Da der Grad der Schmerzen, wohl direkt ins Verhältnis zu der Anzahl der produzierten Zellen ist! Guten Gewissens kann ich aus der heutigen Perspektive behaupten, dass dieser eine Tag mit Abstand der anstrengendste und schmerzhafteste in meinen Leben war.
Mit jedem Herzschlag haben mir große und muskulöse, unsichtbare Typen mit Hammer und Meißel meine Wirbelsäule und mein Becken zerlegt. Ein empfinden als hätte man mir glühend heiße Jesusnägel direkt in die Nervenenden geschlagen, und meine Schmerzrezeptoren in Flammen gestanden haben.
Nichtsdestotrotz, der Aufwand hat sich gelohnt. Nicht nur eine Kohorte, oder ein Battalion wurden im Kampf gegen die kleinen Klone, die mir das Leben versuchen schwer zu machen, aufgestellt. Nein, eine ganze Armee hoch motivierter, starker Krieger habe ich durch meine Geburtskanäle gepresst, um die Klone in der nächsten Phase hinfort zu fegen…yeah!

Hm, war da nicht noch was?! Nachdem meine Kumpels, die Haare, ganz im Gegensatz zu den letzten 15 Jahren, in den letzten Monaten den Eindruck erweckt haben, als wenn sie fester den je sitzen, haben sie am Ende doch aufgegeben, und sind den Schneiden eines Langhaarschneiders erlegen.
Bei einer ersten Durchsicht der neuen Bilder ist mir als erstes aufgefallen, dass mir der neue Schnitt, insofern man ihn als solches bezeichnen kann, gar nicht so schlecht steht. Phu, da ist mir aber auch echt ne schwere Last von den Schultern gefallen. Beim genaueren Hinsehen ist mir dann aber doch eine leicht hohe Stirn aufgefallen – man sieht sie Gott sei Dank nur im Profil – die Pigmentstörung in Form eines R’n’F Sculls finde ich allerdings auch sehr salonfähig.