Martins Rock´n´Roll Site

02/01/2010, letztes Jahr in Shaab Abu Ramada                                                         Es heißt, dass Humor ist, wenn man über sich selber lachen kann, und mir ist da die Tage etwas so dermaßen ausgesprochen blödes passiert, dass ich mir beim Abklopfen der Schenkel beinah die Knie gebrochen haben. Unter dem Aspekt, dass ich seit etwa anderthalb Jahren an dem Projekt „ich will blöd sein, weil Blöde haben es einfacher im Leben“ arbeite, wird nach meinem Report keiner mehr auch nur den geringsten Zweifel daran haben, dass ich auf dem besten Weg dazu bin einer der glücklichsten Menschen überhaupt zu werden! Kommt, und begleitet mich auf eine kurze Reise der Selbsterkenntnis.
Also, Ende letzten Jahres war ich mit einer kleinen Gruppe von elf Leuten in „Shaab Abu Ramada“. Es war ein schöner Tag, strahlender Sonnenschein, ein laues, für diese Jahreszeit verhältnismäßig warmes Lüftlein wehte seines Weges, das Wasser war blau, und es schien so als wenn dies der perfekte Tag sein sollte. Eine gute Tat vielleicht könnte den Tag noch ein wenig abrunden, aber…es ist auch so ein guter Tag!
Draußen bei den beiden Blöcken sind wir gesprungen, hinein in die wunderschöne Unterwasserwelt, wie schön die Korallen im Nachmittagslicht leuchten, die Fische sich um uns tummeln, und ich schon einem entspannten Abend entgegenschaue. Klasse, einfach klasse. Wir lassen uns auf der Westseite gemütlich mit der Strömung entlang des Riffs treiben, um letztendlich im Süden auf das letzte Highlight des Tauchgangs, ja des ganzen Tages zu stoßen. Da steht er nun vor uns, der weiße Hai! Groß, stark und mächtig – elegant steht er vor uns in der nicht vorhandenen Strömung, den Blick in Richtung Norden, erhobenen Hauptes, die Krönung der Evolution, seit einer Millionen Jahre unverändert in seiner Form.
Dieser Hai, ich werden ihn im Folgenden einfach Dagmar nennen, viele von Euch kennen ihn von der ein oder anderen Fotosession auch schon persönlich, ist ein wahrlich stationäres Tier, welches so was von orttreu ist, dass man ihn, bzw. jetzt sie, auch gut mit briefen kann!
Dagmar ist ein Kind der „Hepca“, ein Mahnmal was uns daran erinnern soll, dass die Dinge auf der Welt nicht immer ganz richtig laufen. Weltweit werden jedes Jahr mehr als 200 Millionen Haie ihrer Heimat dem Meer entrissen, ihnen die Flossen abgeschnitten und sie werden wieder, noch lebend ins Meer zurück geworfen wo sie langsam inner halb der nächsten Tage verenden. Der primäre Grund für solche einen Frevel an unserer Umwelt, ist der Wunsch asiatischer Massen-vernichtungswaffen (Mensch), der Familie und Freunden, ein, nicht mal gut schmeckendes, Süppchen zu reichen, um die eigene gesellschaftliche Stellung zu demonstrieren.
Da will Dagmar gegen gehen, uns aufmerksam machen - das ist Ihr Auftrag, die Welt zu verbessern, uns zum Denken anzuregen, und Ihr zu helfen ihre Artgenossen zu retten! Und ich habe Dagmar getötet!!!
Dagmar ist ein großer Weißer Plastikhai, fest im Boden mit einer starken Kette verankert. Seit fast drei Jahren zieht Dagmar so ihre Kreise, und erinnert uns daran, dass wir ihre Botschafter und Agenten sind, sie unsere Hilfe braucht, damit auch unsere Kinder noch ihre Schönheit und Anmut bewundern können. Letztes Jahr wurde die Lady mal aus dem Wasser geholt um ihr einen neuen Anstrich zu verpassen, und seitdem hängt sie irgendwie ein wenig mit der Nase nach oben wieder an ihrem Platz. Das ist gar nicht weiter schlimm, mich allerdings hat das immer ein wenig irritiert in der Vergangenheit, so auch heute. Von weitem schon, die Sicht war heute extrem gut, sehe ich sie schon, schief im Wasser. Mensch denke ich mir, da ist sie ja meine gute Tat, heute wirst Du Daggi wieder richten, sie wieder in die richtige Richtung schauen lassen. Vor der Tat kommt allerdings die Analyse, wie konnte das nur passieren, was hat Daggi so aus der Bahn geworfen. Ein Blick von vorne, ein Blick von unten – aha, da haben wir es ja. Dagmar hat vorne an Ihrer Unterseite eine Art Wartungsluke, und offensichtlich haben die Jungs bei Dagmars letzten Wartung vergessen eben jene Luke wieder zu montieren. Jedes Mal, wenn nun ein Taucher unter ihr durchtaucht und ausatmet, sammelt sich also Luft in Dagmars Bauch, was wohl zur Folge hat, dass sie ein wenig schief hängt. Meiner ersten fachmännischen Meinung nach muss, wie mein Arzt auch immer so schön sagt, dass raus, was eben raus muss. Nun sieht Dagmar von außen zwar ziemlich echt aus, nur von innen hat man ein wenig geschummelt, und sie weißt gravierende Realitätsmängel in Form eines nicht vorhandenen Magen/Darmsystems mit entsprechendem Ausgang auf. Was im Klartext in etwa soviel bedeutet, unser großer Freund hier, unter dem nicht loswerden seines Abgasstrahls leidet.
OK, Analyse abgeschlossen, jetzt heißt es handeln, die gute Tat wartet schließlich nicht ewig. Da müssen wir wohl mal von hinten ran! Für einen Gefahrensucher meines Kalibers selbstredend gar kein Problem. Zack, ran an den Schwanz, und mal ein wenig von hinten angehoben. Ahaa, siehe da, aus dem kleinen Spalt zwischen Messer und Rücken kam schon mal ein wenig Luft raus. Das hast Du gut gemacht Daggi, komm einer geht noch, aber dafür muss der Popo richtig hoch. Gut das ich mein Jacket dabei habe, dass kann ich ganz voll mit Luft machen, und dann geht es dem Hai wieder richtig gut. Ja da geht was in das Jacket rein, ganz viel Luft, höher und höher hebe ich den Popo an! Da kommt was, ganz viel Luft kommt da raus, Sieg, da ist sie meine Gute Tja…aber was ist das, oh Gott nein, warum kippt Dagmar denn jetzt nach vorne über. Was machst Du da Dagmar? Man stelle sich vor, dass gerade unter ihr ein Taucher, aus meiner Gruppe, am Boden kniet und sich den Text auf der Tafel durchliest. Aufgeschreckt durch den Schatten der sich über ihn schiebt, schaut er nach oben, und sieht einen Hai mit aufgerissenen Maul mit scharfen Zähnen auf ihn zukommen – und ich hänge hinten an seinem Schwanz, und versuche zu retten was noch zu retten ist. Oh Gott nein, ich habe den Hai kaputt gemacht! Das, was hunderte, ja tausende von Ägyptern und Russen nicht geschafft haben, habe ich getan, ich habe den Hai kaputt gemacht. Offensichtlich brauchte der Hai ein klein wenig Luft im Bauch um aufrecht stehen zu können, und nun liegt er da, mit seinem Messer im Bauch am Boden. Daggi, Daggi, ich komme ich helfe Dir. Gott verdammt, wo ist nur die Warteluke, da muss wieder Luft rein. Ah der Oktopuss, meine alternative Luftversorgung bekommt heute eine ganz neue Bedeutung. Da hast Du, nimm und atme. Die Luftdusche gedrückt, und Dagmar steigt! Sie steigt, und steigt, und…und fällt wieder zu Boden. Nein, tu mir das nicht an, Du sollst leben. Noch ein Versuch, ich merke wie sich erste Schweißtröpfchen auf meiner Stirn bilden. Noch ein Versuch, mehr Luft muss rein. Oh, das war gut, langsam bewegt Dagmar sich wieder, langsam und schwerfällig fängt Dagmar an zu steigen, sich der Oberfläche wieder entgegenzustrecken, und ja, da steht sie wieder als wäre nie etwas passiert. Danke Daggi, ich liebe Dich!!!
Nun denke ich bei mir, da habe ich aber Glück gehabt! Erst jetzt fange ich wieder an die Welt um mich herum wahr zu nehmen und ich drehe mich, denke mir nichts böses, und alle haben es gesehen…yeah!
Als ich so wegschwimme erreicht mich erst die ganze Komik dessen, was sich dort gerade abgespielt hat. Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann, also konnte ich es mir natürlich auch nicht nehmen lassen, jedem davon zu erzählen.

     

13/12/2009, Interview mit M.Timm                                                                              

R’n’F: „Hallo Timm!“
   

Timm: Yo Rex, schön heute hier bei dir zu sein.

R’n’F: „Wie geht es Euch?“
  

Timm: Es geht uns ausgezeichnet, Danke!

R’n’F: „Hängt noch alles richtig“
   

Timm: Aber ja Mann, auch da ist alles Tip Top, wie man in unserer neuen Wahlheimat sagt.

R’n’F: „Nachdem Ihr aus Ägypten aufgebrochen seit, habt Ihr Euch, wenn ich mich recht erinnere, es ist ja schon so verdammt lange her, in Richtung Asien aufgemacht, und Du wolltest den „Ring of fire“ betauchen. Erzähl doch mal ein bisschen, wo wart Ihr überall?“
   

Timm: Wir waren die ersten Tage in Deutschland bzw. Österreich und haben uns von unseren Freunden und Verwandten verabschiedet, schließlich wollten wir ja für 15 Monate durch die Gegend cruisen. Dann sind wir Ende Januar auf die Phillis geflogen und haben dort phantastische Plätze wie Malapasqua, Cabilao, Bohol, Negros und Romblon besucht und betaucht, um nur einige zu nennen. Wenn du Lust hast schau doch mal auf unsere Homepage http://christina-timm.com da gibt es viele interessante Berichte über die Inseln und Strände an denen wir richtig viel Spaß hatten und sehr liebe Menschen getroffen bzw. kennengelernt haben.

R’n’F: „Und wie war es, gibt es einen ganz besonders lustigen Schwank aus der Zeit, der Dir schon lange auf den Lippen liegt, und den Du unbedingt loswerden möchtest?“
  

Timm: Wir hatten es die ganze Zeit über sehr witzig, vor allem durch die vielen bekannten / befreundeten Leute, die wir getroffen haben, um wieder nur einige zu nennen; Mike & Margret (ehm. Blue Water Dive Resort), Kai der Hai, die Bauers und Paukstats (Gäste v. DC), Patrick (ein Ex-Kollege vom DC, jetzt hat er ein Safariboot auf den Phillis), Robert Furtner (Duck’s DC) und seine „Kinder“ und und und, da wäre es sehr schwierig, einen Schwank auszuwählen. Was mir aber sehr viel Spaß gemacht hat war ein OWD Tauchkurs, den ich wenige Tage nach unserer Ankunft für einen erkrankten Tauchlehrer weiterführen durfte, sozusagen „back to the roots“.

R’n’F: „Was zum Teufel ist eigentlich der „Ring of fire“. Ich kenne da ja auch so zwei, der eine ist von Jonny Cash, und den anderen spüre ich des Öfteren allzu deutlich, nach einer tagelangen, ägyptischen Magen/Darm Attacke. Das brennt kann ich Dir sagen, da ist das Zusammentreffen zweier Atomkerne, das innere der Sonnen eine wahre Lachplatte gegen. Aber ich schweife ab, bestimmt meinst Du etwas ganz anderes.
  

Timm: Ja ne, der andere als vom Großmeister Jonny Cash besungene „Ring of Fire“ ist ein Ring aus aktiven Vulkanen, die sich rund um den gesamten Pazifik aneinanderreihen (Pazifischer Feuerring). Das geht quasi in Indonesien los, zieht sich weiter über die Philippinen, dann quer durch die Südsee, am östlichen Ende erst begrenzt durch ein extrem aktives Gebiet Namens Galapagos Inseln (na wer war da schon tauchen??) und schließlich durch die Anden. Im Norden geht es dann weiter über die nordamerikanische Westküste (Los Angeles, San Francisco, der berühmte Mount St. Helens) über die Aleuten und Kurilen, bis sich der Ring schließlich in Japan schließt.

R’n’F: „Bei dem Thema „Tauchen“ fällt mir ein, dass ich Dich schon immer mal fragen wollte, was es eigentlich mit der Schildkröte, mit den sechs Brustwarzen auf sich hat.
  

Timm: Davon ist mir auch kürzlich wieder ein Exemplar begegnet, aber die war nicht so wie die eine ganz besondere damals in der Turtle Bay, die hatte sechs Junge dabei und die wollten unbedingt bei der Mutter säugen und da habe ich den Tauchern, die mit mir bei diesem Tauchgang unterwegs waren, die Augen geöffnet und wir durften Zeugen werden an diesem selten beobachteten und wohl ziemlich einmaligem Naturschauspiel.

R’n’F: „OK, danach ging es also wieder in heimische Gefilde zurück. Wolltet Ihr nicht so etwa 15 Monate on the road bleiben? Was hat euch zurück nach Europa gezogen?
 

Timm: Nach drei Monaten unterwegs erhielten wir dann ein vielversprechendes Angebot, in ein Tauchgeschäft/Basis im Salzkammergut einzusteigen. Da uns dies sehr gereizt hätte, haben wir gesagt ok, das schauen wir uns an. Allerdings ist dieses Projekt dann doch nicht zustande gekommen. Wir waren in Europa, es hat uns ausgesprochen gut gefallen und wir haben beschlossen, statt weiter im Pazifik doch auch mal im schönen Deutschland/ Österreich und in der Schweiz zu gastieren.

 

R’n’F: „Möchtest Du ein Glas Karottensaft, Du siehst ganz erschöpft aus?“
Timm: Ah ja das wäre jetzt genau richtig, grazie, mein Gerät macht mir heute wieder etwas zu schaffen.

R’n’F: „Ahhh, die Sonne geht auf! Das ist übrigens die Dame meines Vertrauens. Danke Helga, das ist ein ganz toller Karottensaft den Du da gemacht hast! Nun Timm, wo wir schon einmal bei den heißen Geräten sind, leidest Du eigentlich immer noch unter vorzeitigem Samenerguss?“
Timm: Da konnte ich in den letzten Monaten gute Erfolge verzeichnen Martin, meine Strategie und Schwerpunkte liegen jetzt mehr bei öfter, länger und intensiver, wenn du weißt was ich meine.

R’n’F: So, so, öfter und länger?! Ich denke das ist eine gute Strategie von der auch ich die ein oder andere Komponente mit übernehmen werde. Aber zurück zum El Themato, wie der Italiener zu sagen pflegt! Ihr seid also dem Ruf vom guten alten Louis gefolgt und beehrt die Schweizer mit Eurer Anwesenheit. Ich habe gehört, dass es ganz schön bergig in der Gegend ist, kann man denn dort auch Tauchi-Tauchi machen?

Timm: Ja genau „die Schweiz ruft“ wie der Bergkenner so treffend zu sagen pflegt. Es gibt in der Schweiz ja über 40 „4000er“,einige davon wie der „Eiger“ (von ihm haben wohl viele schon in Berglegenden gehört), sind nur ca. 20 km von unserem Wohnort entfernt. Dann gibt es natürlich noch viele schöne klare Bergseen, in denen man sehr vielseitige Tauchgänge machen kann wie z.B. schöne Canyons, Steilwände, tolle versunkene Wälder, glasklare Schwefelquellen und sogar Wracks. Fotos folgen auf unserer HP! www.christina-timm.com
Das gesamte Freizeitangebot hier ist recht gigantisch, ich möchte jetzt nicht alles Aufzählen, das ist für einen alten Wüstenfuchs wie mich schon beeindruckend.
R’n’F: Aber ist das nicht auch ganz schön kalt?

Timm: Hmm das denken viele Leute aber es ist natürlich eine Frage der Bekleidung, im Sommer kann man schon mit einem Halbtrocki bei 20° eine gute Weile entspannt tauchen, ansonsten geht es natürlich mit dem Trocki am besten.

R’n’F: Was genau treibt Ihr denn jetzt dort, verkaufst Du auch wieder Glaswürfel? Ich meine mich zu erinnern, dass gerade das Dir einen unheimlichen Spaß bereitet hat.

Timm: Ja das war eine lustige Zeit mit den Glasswürfeln, heute bieten wir alles an was das Taucherherz höher schlagen lässt, also tolle Ausrüstung, Ausbildung und Tauchaktivitäten in der Region und im Ausland. Ich arbeite hier ja in einem feinem Tauchgeschäft, dem: „Tauchtreff-Thunersee“, guckst du www.tt-thunersee.ch
Hier könnt Ihr auch schöne Wochenendtrips zu uns buchen. Wir würden uns sehr freuen euch bald einmal hier bei uns zu treffen und einen „Bergsee Spezial“ mit euch zu unternehmen. Ansonsten berate ich die netten Leute hier bei der Auswahl von Tauchequipment und gebe ihnen auch in praktischer Hinsicht das nötige Rüstzeug mit auf den Weg.

R’n’F: Du bist also „back to the roots“?

Timm: Ja genau, ich bin wieder voll in meinem Element, ich kann beraten, schrauben und schulen, da habe ich ein sehr abwechselungsreiches Aufgabengebiet und lerne auch wieder viel dazu.

R’n’F: Well, well Mr. M. Timm, da scheint Ihr große Schritte in Richtung eines zivilisierten, „normalen“ Lebens gemacht zu habe, ich bin fast ein wenig neidisch…yeah… aber hört Ihr nicht auch ab und zu den Ruf der Ferne, seht Ihr nicht die Plakate des nächsten Road-Movies.?

Timm: Zur Zeit wollen wir erst einmal ein wenig „saddle down“ betreiben, wir sind trotzdem oder gerade deshalb sehr aktiv, wir können hier viele interessante Dinge tun (in Thun), seit gestern schneit es übrigens und wir packen bald die Skier aus .
Nach all den Jahren in tropischen Regionen tut es auch wieder sehrgut in europäischen Gefilden zu sein, was aber auch nicht für immer so bleiben muss. Luage mer mol, wie der Schweizer sagen würde.

R’n’F: Noch mal zu den Roots Timm! Damals, als Du noch unter uns geweilt hast, hast Du mir mal bei einer gut gekühlten Limonade erzählt, dass Du früher, als Du noch jünger als jung warst, mal Bassgitarre unterrichtet hast. Jetzt wo Du wieder in Gefilden wohnst die ein durchaus hörbares Kulturgut ihr eigen nennen, juckt es Dich da nicht wieder in den Fingern der Jugend von heute
zu zeigen, dass ein „Bootsy Collins“ oder eine „Thin Lizzy“ keine exotischen Cocktails sind?

Timm: Yeah Man, es juckt mich schon seit längerem, ich werde mir demnächst wieder so ein Instrument zulegen und muss anfangen zu slappen, dann heißt es wieder: „give me one of these funky basslines“!!

R’n’F: Muchas Gratias Timm, dass war ein ganz tolles Interview. Wir wünschen Dir und Deiner Lady alles Gute bis zum nächsten Befragung nach dem Befinden durch das R’n’F-Teams.

Timm: Ich danke dir auch Martin, es hat mir großen Spaß gemacht deine Fragen zu beantworten, schau doch bei Gelegenheit mal mit deinem ganzen Team bei uns vorbei, dann können wir auch mal wieder eine schöne eiskalte Limo trinken.

01/12/2009, 07.15 Uhr in Wertschöpfungsgedanken versunken

   

 

12/10/2008 in the Haven von Hurschada                                                                       Guten Tag liebe Leute, heute wollen wir uns mal über Haben, Nichthaben, Neid und die Gunst der Stunde unterhalten.
Hmm,…wo fange ich nur an???
Am besten rolle ich das Feld wohl bei dem Thema Moneten, den Penunsen, den Tacken auf. Dem Thema was uns, oder zumindest viele von uns jeden Tag beschäftigt. Auch wenn uns nicht die Tauschmittel selber jeden Tag in Ihren Bann ziehen, so zumindest die ewige Jagd nach der Kohle, die Überlegungen wie wir dem grünen Gold Fallen stellen um es auf unseren Konten gefangen zu nehmen. Geld hat man, oder man hat es einfach nicht. Bei einer letzten Übersicht über meinen Kontostand habe ich für meinen Teil festgestellt, dass ich eher in die zweite Kategorie falle. Ich fühle mich nicht unbedingt schlecht dabei, aber nach oben ist da schon noch ein wenig Platz frei.
Nun gibt es ja immer wieder diejenigen die solche witzige Sachen sagen wie „Geld macht auch nicht glücklich“, oder „...wenn Du soviel Geld hast, und Dir alles leisten kannst, wird das doch irgendwann langweilig, und man hat gar keine Träume mehr…“. Also, ich muss schon ganz ehrlich sagen, ich kann dem einfach nicht zustimmen. Ganz im Gegenteil, ich denke sogar eher, dass das kleine Hilfestellungen, Brücken zu dem eigenen Glück sind, um sich nicht dem Neid hinzugeben, und sich mit der eigenen Situation auseinander zu setzen. Natürlich könnte ich mir mit viel Geld alles kaufen, mir gewisse Wünsche erfüllen, aber langweilig würde mir ganz bestimmt nicht werden!!! Ich habe so viel Fantasie, ich könnte mit der richtigen Anzahl an Penunsen, auf der entsprechenden Seite meine Kontos, garantiert zwei Leben füllen. Ganz davon abgesehen, kann ich mir mit einem fetten Batzen Monedas zwar alles Materielle zulegen,…nur, Fertigkeiten, Können, und Wissen werde ich mir niemals kaufen können. Nehmen wir zum Beispiel uns aller größten gemeinsamen Nenner, das Tauchen. Der Dandy, der kann sich eine Ausrüstung kaufen, also, da würden selbst ich bestimmt blond bei werden, ABER, kann er dann auch Tauchen??? Die Maske wird sich nicht von alleine ausblasen, dass kann ich versprechen, und auch ihr werdet Euch bestimmt noch an Eure Anfänge erinnern, und mir zustimmen, dass das so gar nicht geht…und wird der Dandy tauchen gehen können wie ein echter Kerl, so mit Doppeltank und Stages??? Nein, nein, nein, auch das wird nicht gehen!!!
Und genau das ist der springende Punkt, wir könnten unser Leben einfach bereichern, indem wir Sprachen lernen, Reisen, untergegangene Kulturen entdecken und vielleicht wieder zum Leben erwecken,...ach was wäre wenn…???
Zusätzlich, als kleines Schmackerlie sozusagen, könnten wir auch konsumieren!!! Wir könnten uns hemmungslos der Lust des Kaufens hingeben, ohne darüber nachdenken zu müssen, das ich doch schon hunderte von Schuhen, die ich mein eigen nenne, noch nie getragen habe. Männerspielzeuge würden sich vor meiner Haustür stapeln!!! Endlich könnte ich eine Reise mit einem Spaceshuttle ins All machen, und unseren blauen Planeten in seiner ganzen Pracht und Schönheit aus einer ganz anderen Perspektive bewundern. Wo würden wir nur hinkommen, wenn wir im Reichtum Möglichkeiten und Glück sehen würden. Der blanke Neid würde uns wahrscheinlich ereilen. Hinfort mit Dir, was auch immer Du sein magst, Du Neid Du!!!
Um besser zu verstehen worum genau es bei dem Thema „Neid“ geht, hier ein kleiner Auszug von Wikipedia:

Unter Neid versteht man das ethisch vorwerfbare, gefühlsmäßige (emotionale) Verübeln der Besserstellung konkreter Anderer. Ähnlich ist der Begriff der Missgunst. Dieser Begriff ist allerdings insofern weiter gefasst, als er auch das Verübeln der Stellung Anderer umfasst, die im Vergleich zu dem Verübelnden nicht besser gestellt sind; der beobachteten Person oder Gruppe werden in diesem Falle Dinge schlichtweg nicht gegönnt. Fehlt es am ethischen Vorwurf, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Überlegenheit, die man selber gerne hätte und nicht zu erreichen vermag. Will man Neid rechtfertigen, so ist eher von einem Streben nach Gleichheit die Rede. Wie andere Gefühle auch, hat der Neid Vorteile für den, der ihn hegt.
Aha, so sieht das also aus…Verübeln der Besserstellung konkreter Anderer. Was auch immer ein „konkreter Anderer“ sein mag, geht es wohl, um es mal mit dem so genannten Volksmund zu sagen, darum das ich eigentlich gerne das hätte, was der „Konkrete“ hat.

Gut, und warum erzähle ich das alles???
Letzte Woche, kam ich mit einem unserer Boote, oder soll ich in weiser Voraussicht schon einmal Böötchen sagen (Ihr werdet noch verstehen), um die Ecke. Um die Ecke beim alten Sheraton, und wir fuhren, auf einer emotional noch ganz normalen Ebene weiter in Richtung Hafen von Hurghada. Und dann kam er, der Hammer…aber er kam nicht nur, er gesellte sich nicht nur zu mir der Hammer, er erwischte mich, quasi aus dem Hinterhalt mit voller Wucht. Er kam, und er ging auch gleich wieder, und zurück lies er einen Mund, weit geöffnet wie ein Garagentor, und es Hammers Kumpel NEID!!!

Da stand sie die „Tatoosh!!! Die „Tatoosh“, ist kein Boot, keine Yacht, kein Schiff!!! Die Tatoosh ist eine Superyacht. Groß, größer, am größten und am schönsten.

 


Klar, da haben wir den Klassiker, den Hubschrauberlandeplatz, sogar mit Hubschrauber, ist ja normal, für eine Yacht mit 93m Länge. Beim näher kommen, hat sich die Dame dann in Ihrer ganzen Pracht gezeigt, dargestellt, uns Ihre Schokoladenseite zugewendet. Als hätte sie sich für uns schön gemacht, stand sie dort in strahlendem Weiß, und…aber was ist denn das da??? Das an der Seite, das sieht aus wie ein Segelboot. Indianer und Indianerinnen, ich meine nicht an der Seite im Wasser, sondern an der Seite vom der Dame. Eine Brosche seht her, eine Brosche in Form eines Segelboots. Da wo andere, die „Nichtkonkreten“ Yachten, Boote oder Schiffe ihre Rettungsboote an den Tendern hängen haben, hat sich unsere Schönheit ein Segelboot angesteckt!!! Ist doch normal!!! Oh upsi und an der anderen Seite, sozusagen an der rechten Brust, hängt hier noch ein Sportboot.

Selbstredend war nicht nur ich ein wenig erstaunt, auch die anderen Damen und Herren auf unserer Nussschale waren unwesentlich angetan. Gerade die Damen!!! Ich meine mich zu erinnern, aus den Augenwinkeln wahrgenommen zu haben, wie Eheringe hinter dem Rücken verschwunden sind, und es erste Tendenzen dazu gab das Bikinioberteil auf die „Tatoosh“ zu werfen. Allerdings muss auch ich zugeben, dass ich nicht ganz frei von einem gewissen inneren Drang war. Habe ich doch im Heck eine voll ausgestattete Taucheinrichtung gesehen!!!
Am nächsten Tag habe ich noch versucht Crew und Gäste dazu zu überreden, die „Tatoosh“ zu versuchen zu entern, aber aus mir nicht erklärbaren Gründen habe ich einfach nicht genügend Kumpanen und Nichtkonkrete zusammenbekommen, um eine ernste Übernahme zu starten.

Abschließend kann ich sagen, ich wäre gerne ein „Konkreter“, und Paul Ellen, Mitbegründer von Microsoft ist sich meines Neides sicher!!!

13/09/2009, 20.23 Uhr in der Ausbildung                                                                    Wie ich an anderer Stelle schon einmal erwähnt habe, fühlen wir  Tauchlehrer uns ja wahrlich als heldenähnliche Menschen. Wir genießen das Privileg, selber nicht nur Botschafter der Meere zu sein, sondern haben auch noch, von Zeit zu Zeit das, manchmal auch zweifelhafte, Vergnügen neue Agenten auszubilden. Jene ziehen dann, in unserem aller Auftrag, hinaus in die weite Welt, um die Nichtwissenden aufzuklären, und Ignoranz, gegenüber unserer so wunderschönen Umwelt, mit Beharrlichkeit und Rebellion zu strafen. Stolz sind wir, wenn unsere neuen Agenten flügge werden, und uns, ihre Lehrmeister verlassen. Mit großer Befriedigung, und dem Wissen das unsere Welt nun ein wenig besser werden wird, schauen wir Euch hinterher. Was wäre wir nur ohne Euch???
Alleine wären wir, Ausbilder auf verlorenem Posten gegen die gelbe Gefahr. Die asiatische Flut von Haiflossenfressern, Nashornhornrasplern und Tigerhodenkochern würde uns einfach überrennen und unseren Planeten wahrlich niederwalzen. Ein einzelner Botschafter oder Agent kann da nicht viel ausrichten!!! Wir brauchen Euch!!!
Aber wir brauchen auch die neue Generation. Junge Menschen deren Gehirne noch nicht von der Politik und Wirtschaft gewaschen worden sind. Junge Menschen die noch an Ideale glauben, deren Werte noch frei von Raffgier und Machtbesessenheit sind.
Ich, Martin Robert Rex, habe letzten Monat, das unglaubliche Glück gehabt, einen von Ihnen bei mir im Tauchkurs zu haben. Einen jungen, überaus dynamischen Mann, der noch den Glanz der des Guten in den Augen trägt. Unverdorben, mit der einer Leichtigkeit die nur der Jungend vorbehalten ist. Nicht, dass es von Anfang an eine wahre Wonne war, versuchen sie mal einem erst fast Zwölfjährigem zu erklären, dass er sich im Wasser nicht bewegen soll, aber nach nur fünf Tagen, am Ende seiner Agentenausbildung, war etwas geboren.
Ein neuer Keim der Hoffnung!!!
Kevin, … Agent Kevin, lasst Euch doch mal diesen Namen auf der Zunge zergehen!!!
Agent Kevin ist nun Angehöriger der Agenten und Botschafter der Meere!!! Die neue Generation, die, begleitet von all unseren Hoffnungen, auszieht um die Welt zu verändern, und um Schönheit und die planetare Artenvielfalt zu erhalten!!!
Du Kevin, bist unser aller Held!!!

03/09/2009, 14.45, in meinem Herzen                                                                         Man sagt, es gibt vierhundert Menschen auf der Welt die zu einem passen!!! Ganze zwei davon trifft man im Leben!!!
Vor 6 Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht, um meine Seelenverwandte, mein Lady meine Püppy zu suchen, und zu finden. Nach Afrika musste ich gehen, vier lange Jahre warten bis wir uns in die Augen geschaut habe und sich das erste Mal unsere Seelen berührt haben.
Aus diesem Anlass hatte ich schon vor Jahren einen kurzen Song mit meinem alten Kumpel Lenny komponiert. Ich wusste ja, dass wir uns irgendwann treffen werden!!!   Ich liebe Dich Heidi!!!

Butterfly lyrics
You are the most beautiful thing
I've ever seen
You shine just like sunlight rays
On a winter snow
I just had to tell you so

Your eyes sparkle as the stars
Like the moon they glow
Your smile could light the world on fire
Or did you know ?

Your mind's full of everything
That I want to know
I just had to let you know
I just had to tell you so
You're my butterfly
Fly high
Fly fly fly

 

26/08/2009, 17.54, zurück in Hurghada                                                                       Es war einmal wieder soweit, wir haben uns mal wieder in die heimatlichen Breitengrade aufgemacht. Zum einen musste das mal wieder sein, um zu verifizieren, dass auch noch alles in Ordnung ist, und zum anderen muss die soziale Umwelt in Deutschland ja auch mal wieder bespaßt werden. Unsere Heidi war so sogar so frei sich ein paar Ihrer Lieblingsladies zu schnappen, und nach Mallorca zu fliegen.
Nun denn, da uns der Weg zu Fuß ein wenig weit, und vor allem Zeitaufwendig vorkam, hatten wir beschlossen uns eine große, stählerne Gans – die Gesellschaft, hat sich das Pseudonym „Condor“ zugelegt, was uns wohl unheimlich beeindrucken sollte, und auch getan. Wow, „Condor“ einer der Könige der Lüfte, und wir sind mit ihm geflogen. Ja das ist schon was anderes als mit „Gans“ zu fliegen – auf, jeden Fall haben wir uns Gans/Condor geschnappt, und wollten uns auf den Weg machen. Um diesem Vorhaben mussten wir uns dorthin begeben, wo unsere stahlgefiederten Freunde Zwischenlandung machen, und ein wenig am grasen, um ihren Weg fortzusetzen.
Der Flughafen von Hurghada, hier tobt das internationale Leben!!! Ein wahrer Schmelztiegel!!! Völker treffen aufeinander, kleine Geschichten, von dem großen Ganzen nicht einmal wahrgenommen, für das bloße Individuum aber von maßgeblicher Bedeutung…neue Realitätsstränge nehmen hier ihren Lauf. Genau hier habe ich das Vergnügen gehabt, Beobachter zu sein, eine kleine Geschichte zu erleben, die ganz vielleicht, das Leben der Protagonisten auf der unterbewussten Ebene verändert hat.
Also, ich stehe da so beim Check-in Schalter, selbstredend, wie soll es auch anders sein, in der falschen Reihe. Nur für den Fall, das ich Herrn Murphy einmal treffen sollte werde ich mich wohl mal ausgiebig mit ihm über sein Toastscheibengesetz unterhalten müssen.
Vor mir stehe zwei, na sagen wir mal, Damen, dass hört sich einfach schöner an. Die eine der beiden, im Folgendem „Dame1 genannt, steht direkt vor mir, lange dunkle, nicht unbedingt gepflegte, Haare, mit einer unübersehbaren Neigung zum Übergewicht. „Dame1“ mit Kind auf dem Arm.
Die andere, im Folgendem „Dame2 genannt, kurz gewachsen, offensichtlich noch nie von der Sonne geküsst, hellblond gefärbte Haare, und ein Fall für die Stylepolice.
Die Damen waren so schlau sich auf zwei Reihen aufzuteilen, um Herrn Murphy ein Schnippchen zu schlagen. Nicht schlecht kann ich da nur sagen, gut gebrüllt Löwe. Aus dem Gespräch konnte ich entnehmen, dass die beide schon ein wenig einfacher Natur waren, was ja manchmal ganz hilfreich sein kann.
Nachdem sich herauskristallisiert hat, dass mein Schlange, eine gute männliche Schlange, mit einer tollen Eigendynamik, sich, allen Gesetzen zum Widerspruch wohl diejenige sein wird, die als erstes das Begehrte Ziel erreichen wird, wurde sich von rechts auch wieder eingefädelt. Hallo Frau mit kurzen Haaren!!! Nun stehen sie beide vor mir, die Augen auf den Schalter gerichtet, das letzte Hindernis, der Passagier vor ihnen, gibt den Weg frei. Ein zufriedenes Lächeln macht sich in massentauglichen Gesichtern breit, jetzt geht es endlich los, nur noch der Check-In, und dann wartet die große weite Welt sie. Ich kann fast fühlen wie drei kleine Herzen anfangen vor Vorfreude schneller zu schlagen.
Der nun folgende Dialog mit wechselnden Darstellern wir mich wohl für den Rest meine Lebens begleiten, und hoffentlich jedes Mal, wenn ich an einem Schalter am Flughafen stehe und warte, sich seinen Weg in meine Gedanken bahnen.
Check-In-Män, (freundlich): “Good morning, your passport and your ticket please”.
Ich sollte vielleicht erwähnen, dass unser Check-In-Män, einen auffällig gepflegten, entspannten, und vor allem intelligenten Eindruck gemacht hat
Dame1, (neutral): “Hello, this is my passport and my ticket.”
Dame2, (neutral): “Hello, this is my passport and my ticket.”
Check-In-Män, (freundlich): “Thank you!”
Dame1, (freundlich): “Ähhh, we want to sit together.”
Für alle die, die die Feinheiten der Englischen Sprache nicht so genau kennen. „Would like“ drückt höfliche Art und Weise aus, dass man, oder in diesem Fall Frau, etwas gerne möchte. „Want“ sagt recht deutlich aus, das man etwas will, und wir wissen ja, Kinder mit einem Willen bekommen etwas auf die Brillen…yeah, der war ja schon mal wieder nicht schlecht!!!
Check-In-Män, (freundlich): „Hmmm, I don’t if it is possible, because you are one of the last and the flight is full.”
Dame1, (bestimmend): „Ähhh, OK, but we WANT to sit together. I have got a very young child here, and we want to sit together.”
Dame2, (neutral): “Ähh, yes!!!”
Check-In-Män (freundlich): “As I already told you, it is not possible, because the flight is full, and you are one of the last passengers.”

Während Check-In-Män der Dame1 also versucht auf sehr höfliche Art und Weise zu erklären, dass der Flieger leider voll ist, und die beiden mit zu den letzten Gästen zählen die einchecken haben, druckt er auch schon die Boardingcards aus, und überreicht sie, der mittlerweile in den Angriffsmodus übergegangenen, Dame1.                                   Dame2 steht ganz neutral an der Seite.
Zu diesem Zeitpunkt war noch alles, irgendwie normal. Nach einem kurzem Blick auf die Cards allerdings…nun hat sich die Atmosphäre in Terminal 2 deutlich verändert. Ich meinte sogar einen kleinen Absturz der Außentemperatur um 1 bis 2 Grad Celsius wahrgenommen zu haben. Aber nicht nur das, auch bei Dame1 hat sich was verändert. Von hinten konnte ich zwar ihr Gesicht nicht sehen, aber das Körpervolumen hat deutlich zugenommen, der Modus aufplustern wurde wohl eingeleitet. Nun muss ich zugeben, dass die Taktik, sich schnell groß zu machen, und manchen Leuten gegenüber in arabischen Ländern auch ein klarer Schritt zu sieg sein kann – auf der Straße, im Supermarkt, oder… Aber auf gar keinen Fall dort wo es so was wie Hebelgesetze gibt.
Dame1, (aufbrausend und unhöflich): „I said we want to sit together. Now we don’t do so, what is this for a shit”.
Dame2, (neutral): “Ähh, yes…ähhh shit.”
Check-In-Män, (beide Arme zu einer beruhigenden Geste angehoben, sehr freundlich): “ Sorry, as I already told you, it is not possible, because the flight is full, and you are one of the last passengers. This is the system and I can’t change it.”
Nun war Dame1 auf dem Kriegspfad, Alarm!!!
Stellen sie sich vor, ich stand direkt dahinter und durfte das alles miterleben. Einen Moment war ich schon kurz davor mir eine Jumbopackung Popkorn und eine Liter Cola im Maxibecher zu holen. In meiner Gedankenblase über meinem Kopf formten sich die Worte „ …hallo, Erde an Dame1, es ist nur ein Flug von 4½ stunden, und kein Interkontinentalflug. Auch Du wirst das überleben, wenn Du für diese, durchaus kurze, Zeitspanne nicht mit Dame2 zusammensitzt und ihr den neusten Klatsch aus Hurghada austauscht. Aber seien wir mal ehrlich, soll ich mich da mit einmischen, und mich in die Höhle des Löwen begeben??? Niemals, lieber kämpfe ich mit einer Horde wild gewordener Tapire, oder verlege den nächsten Termin meiner Magen-Darmspiegelung nach vorne, als mich freiwillig in so ein Gespräch mit einzumischen.
Irgendwann während des verbalen Angriffs, bestehend aus einer Deutsch-Arabisch-Englisch-Mixtur, auf einen Unschuldigen, hat Dame1, wahrscheinlich ganz aus versehen, das Wort „stupid“ fallen lassen.
Check-In-Män, (neutral, an einen Kollegen gewandt). „Please call Mr.???“
Den Namen habe ich leider nicht verstanden.
Check-In-Män, (freundlich zu Dame1): „Just a moment, please!!!“
Dame1 hat in Zuversicht ein Sieg errungen zu haben, schon wieder eine etwas entspanntere Aura, und auch Dame2 scheint sich noch gut zu fühlen. Eigentlich wäre jetzt ein guter Moment gewesen um schnell mal aufs Klo zu gehen und sich ein Eis zu holen, aber wir wissen ja wie das ist, kaum geht man weg, verpasst man das Beste.
Ahh, da kommt Herr??? von links, redet kurz mit Check-In-Män, und …
Moment, kurze Beschreibung!!! Herr??? Ist groß, hat einen Bauch der durchaus auf Wohlstand, also einer gehobenen Position, hinweist, trägt zivil, und hinterlässt schon auf den ersten Blick den Eindruck, als wenn er es gewohnt ist Anweisungen zu geben und der Chef zu sein. Ruhe, Dominanz, und Gelassenheit, strahlt Herr??? Aus. Oh, oh, gut, dass ich nicht auf das Klo gegangen bin.
Herr??? Dreht sich zu Dame1 um - sie selbst ist zwar noch ein wenig aufgeregt, aber sich des Zusammensitzens wahrlich sicher – und mustert sie erst einmal von oben bis unten.
Problem 1: Sie ist eine Frau!!!
Hey, hey, jetzt bitte keine komischen Gedanken!!! Ich bin von einer Frau aufgezogen worden, liebe meine Mutter, und Emanzipation ist die tollste Erfindung seit es Höhlen gibt, aber hier sind wir in einem arabischen Land, da wo Männer noch Männer sind !!!
Problem 2: Sie ist Ausländerin
Problem 3: Sie ist Ausländerin, und eine Frau!!!
Herr??? öffnet seinen Mund, bewegt seine Lippen hin und her, lässt die Zunge auf und ab gleiten, und stößt dabei sanft, aber mit Nachdruck Luft aus. Im Allgemeinen formen sich dann Worte.
Herr???, (ganz neutral): „Your flight is cancelled”.                                                     Und noch während er diese bedeutsamen Worte spricht, nimmt er, so als wenn es das Normalste von dieser, unserer Welt wäre, die beiden Boardingcards, und reißt sie, so mir nichts Dir nichts, in zwei gleiche Hälften.
Meine Aufmerksamkeit, hat Gott sei Dank, gerade ihren Höhepunkt erreicht gehabt. Ähh, bitte was habe ich da gehört, „Your flight is canceled“?? Genau das dachte sich Dame1 wohl auch just in diesem so denkwürdigen Moment.
Dame1, (aufbrausender als zuvor, und laut): „You can’t cancel my flight, I will call Mr. Blabla, and…”
Herr???, (neutral, aber bestimmend): “You can call who ever you want, your flight is cancelled!!!”
Dame2 greift ins Geschehen mit ein, (leise, von nichts eine Ahnung): „Ganz ruhig, ganz ruhig…“
Dame1, (schon leicht verunsichert): „But. I will…“
Herr???, (hinweisend, neutral): „ I am the general manager of this terminal! This is my staff, and nobody will call my staff “stupid”. You can call who ever you want, you can do what ever you want, your flight is cancelled."
Nun ja meine Lieben, in Deutschland würde so was natürlich undenkbar sein, aber zum Leidwesen der Dame1 sind wir hier nun einmal nicht in Deutschland, und HIER geht so etwas.                                                                                                            Dame1, (mit flehendem Unterton): "I don´t said your staff is stupi, I mean the system, and...ähh."                                                                                                     Dame2, (neutral): "Ähhh, canceld...ähh, what...ähh..."                                                 Herr???, (ohne Worte): "Your flight is canceled!!!"
Die Damen 1 und 2 wurden dann zur Seite genommen, und endlich durfte auch ich einchecken. Selbstredend bin ich auf den jungen Mann zugegangen, dem tiefen Einschlagloch der Kinnlade von Dame1 ausweichend, und glauben sie mir, dass Wort „stupid“ gab es in meinem Wortschatz einfach nicht mehr. Wo auch immer ich sitzen würde, ich würde zufrieden und glücklich sein mit dem was ich habe!!!



16/08/2009, 16.37 Uhr, Walhaikontakt                                                                         Letzte Woche war mal wieder einer dieser Tage!!! Ich denke Ihr kennt sie auch, die Tage, die unheimlich gut anfangen – um dann noch viel besser aufzuhören…yeah!!!
Was ist passiert in dem guten alten Hurghada??? Setzt Euch hin, und genießt eine kleine Geschichte von einem lilafarbenem Boot was ausgefahren war, um Aquanauten abzuwerfen, welche die Tiefen des Roten Meeres zu erkunden bereit waren!!!
Morgens an der Shetty. Die Sonne hat uns schon das erste Mal geküsst, wir tragen Sonnenbrillen, haben den Kragen unseres Strahlenschutzmantels hochgeklappt und ein, noch, laues Lüftlein weht so seines Weges. Die Palmen im Hotel wiegen sich sanft hin und her, und, genau das ist ein ist das Signal der Signal der Signale. Heute ist alles möglich!!! Jeder Tauchplatz, sei er bei schlechtem Wetter noch so unerreichbar, kann heute von uns mit vollem Schub angefahren werden. Ahhaaa, die Gashebel voll nach vorne gelegt, die Nase in den Wind und los geht das in Richtung „Carless Reef“. Ja das „Carless Reef“ eines dieser legendären Riffe, wo sich das blanke leben tummelt. Gott wie wir uns freuen, in das warme Wasser zu springen und die gigantische Schönheit dieses besonderen Platzes in Augenschein nehmen zu dürfen – heute ist ein guter Tag!!!
In Richtung Norden preschen wir voller Vorfreude davon, die Wellen schlagen an den Bug, und …was war das gerade, Wellen??? Na wo kommen die denn her, die waren doch eben noch nicht da???!!!

 

Für die unter uns die mit physikalischen Vorgängen nicht ganz so vertraut sind, eigentlich verursacht Wind die Wellen, aber von dem war doch da eben noch gar nichts zu sehen. Wer die geografische Lage unseres Ausgangspunktes kennt, der weiß, dass der Wind, der Wind, das böse Kind, bei uns in der Bucht manchmal dazu neigt sich ein wenig bedeckt zu halten, um dann ganz link um die Ecke zu kommen. Auch heute ist dem so gewesen, der Hund der Wind!!!
Also, ein altbekanntes Gespräch mit Nummero Uno, dem Fahrer an Bord. „Carless Reef“ geht heute leider nicht. Das Problem an einem unserer Lieblingsriffe, ist, dass wir zwar hinkommen würden (wer von denen die schon oft bei uns waren kennt das nicht ), auch ganz toll tauchen können würden, wir aber ein nicht unbedingt kleines Problem hätten wieder auf das Boot zurück zu kommen. Wenn die Plattform nämlich 1½ Meter, oder noch viel dramatischer 150cm rauf und runter schlägt, ist das Verletzungsrisiko einfach zu groß. Also, was tun, sprach Herr Kuhn…oh man, der war ja mal wieder so richtig gut. Das ist so ein Kalauer, wie „bis später Peter“, oder „Danke Anke“, oder gar, wie einer meiner geschätzten Kollegen zu sage pflegt „ kommen sie rein, dann können sie raus schauen“ Nicht schlecht, wahrlich ein rhetorisches Feuerwerk was hier gerade explodiert ist, ...Hammer, das ist der absolute Hammer…yeah!!!
Nun gut, also Vorschlag vom Kapitän: „ I have a very good idea!!!! First of all lets go to „Dorfa El Fanus“ and looki-looki for dolphins. After that we will go to “El Fanadir” and make looki-looki for the Walhai”.
Ne ist klar. Wir fahren nach “Dorfa El Fanus” halten Ausschau nach Delphinen, und wenn wir uns satt gesehen haben, fahren wir nach “El Fanadir” und schauen uns den Walhai an – und das alles mit Ansage!!! Das klappt bestimmt!!! Wären ich noch so darüber nachdenke, wie ich mich den rausrede, warum besagt Säuger und Exoten ihre Termine mit uns nicht wirklich wahrgenommen haben, höre ich schon vom Sonnendeck den Chef rufen: „Dolphin, Dolphin“!!! Ein schlankes „Yeah“, mit leicht amerikanischem Akzent, hat sich dann doch ganz spontan den Weg aus meinem Mund gesucht. Cool, jetzt ist schon mal einiges gerettet!!!
Nach einer guten Zeit mit Flipper und seinen Jungs, haben wir uns dann auf den Weg in Richtung „Fanadir“ um mit dem Walhai zu Schnorcheln. Auf dem Weg mache ich natürlich schon einmal Briefing, weil die Möglichkeit einen Walhai jetzt zu sehen ist, nun sagen wir einfach mal nicht unbedingt groß – obwohl, ich muss dazu sagen, dass er die letzten zwei Tage in der Ecke dort mehrmals gesehen wurde, aber trotzdem, den Kumpel hat ja nun keiner mit dem Bolzenschussgerät seinen Platz für die nächsten Tage zugewiesen. Briefing, alle gut drauf, runter in die Ausrüstung, alle freuen sich auf einen coolen Dive, und haben noch das Delphingrinsen im Gesicht, in Berlin regnet es, aber das Drei-Wetter-Taft, hält die Frisur gut zusammen, und wären ich mich so anziehe, wage ich es einen kleinen Blick in Richtung Osten zu werfen. Vielleicht, ganz vielleicht, treibt sich der Schurke hier ja heute doch herum.

 

Ja was ist den das, das kann ja wohl nicht wahre sein, wie mein alter Chef immer zu sagen pflegte. Was machen denn die zwei Boote da ca. 500m vom Riff entfernt, warum kreisen die denn da, und alle springen ins Wasser. Kann das wirklich sein, ist das die Möglichkeit??? Da die Schwanzflosse, und wären mir noch mein Mund ungläubig aufsteht und die Kinnlade massiven Bodenkontakt pflegt, höre ich es auch schon: „WALHAI, WALHAI“!!!
Dreimal sind wir ins Wasser gesprungen und haben mit dem jungen Mann, er war „nur“ schlappe 4m lang, geschnorchelt.
Was für ein Tag, und das alles nur weil es zu windig war. Yeah, Wind sei Dank, und die Tauchgänge waren sogar auch noch schön. Wenn es also beim nächsten Mal wieder heißt, „sorry tut uns leid, wir können heute nicht…“ dann nicht traurig sein, wer weiß was sich daraus ergibt!!!

03/08/2009, 13.00 Uhr, im Schwitzkasten                                                                    Ein kleines Lied: „Brennend heißer Wüüstensaand,…fern so fern dem Heimatland,…so schön, so schön, so schön war die Zeit!!!“

Es ist soweit, unser Planet, die Erde hat auf ihrer ellyptischen Umlaufbahn um unser Zentralgestirn, die Sonne (heute dürfen wir solche ungläubigen Tatsachen beim Namen nennen, ohne gleich von der Kirche verhaftet, und unter dem ausziehen der Fingernägel dazu gezwungen zu werden, solche Dinge zu sagen „..ja, ich gebe zu die Erde ist eine Scheibe, und unser ganzes Universum dreht sich um sie…“. Die Tage habe ich auch eine ganz interessante Feldstudie zum Thema Darvins Evolutionstheorie, contra die Bibel im Spiegel wahrgenommen – nein, natürlich habe ich nicht mich selbst im Spiegel gesehen, und mir gedacht, was für ein Prachtexemplar die Evolution da hervorgebracht hat, nein, nein…obwohl...höhöhö. Also die Tage habe ich diese Zeitschrift in der Hand gehabt, und bin wahrlich erschrocken!!! Eine Tatsache ist, dass die Amerikaner, zumindest deutlich über 50% von ihnen, Darvins Evolutionstheorie ablehnen, und eher dazu geneigt sind, sich dem Gedanken der christlichen Kirche hinzugeben. Um es genauer zu sagen, wir sind alles Brüder und Schwestern, und wurden vor gar nicht allzu langer Zeit aus dem Paradies vertrieben. Ich meine der Gedanke hat schon etwas – wir sind alle eine große Familie, und haben uns alle ganz doll lieb. Wow, verdammt cool, wenn da nicht wieder diese Amerikaner wären die dauernd komische Dinge im Namen des „Good Wills“ machen würden. Nun ja, wie bin ich gleich darauf gekommen??? Ah ja, erst einmal die Klammer zu machen).

Mittlerweile ist es schon wieder August, und unser geliebter Heimatplanet hat auf seiner Umlaufbahn einen ganz interessanten Punkt erreicht. Zwar ist die Erde der Sonne momentan nicht am nächsten, aber Dank der Schiefstellung ihrer Rotationsachse haben wir seit ein paar Wochen Sommer. Und ich meine wir haben SOMMER!!! Sommer in Afrika ist schon ein wenig was anderes als in Europa!!! Hier brennt die Sonne richtig, hier ist es nicht so halbherzig warm, dass man überlegen muss, ob es nicht doch noch sinnvoll ist eine Winterjacke mit in den Biergarten zu nehmen. Nein, hier geht richtig was los. Der rote, glühende Planet ist hier dazu geneigt, die Außentemperaturen, auf 45 Grad im Schatten hochzutreiben. 45 Grad im Schatten, dass muss man sich mal auf der Zunge, besser nicht auf dem Rücken, zergehen lassen. Und die Innentemperaturen??? Bei uns im Haus haben wir jetzt ganz entspannte 35 Grad – immer!!! Mit Aircondition allerdings lässt es sich, gerade tagsüber, gerade so aushalten. Rausgehen ist dann allerdings ein ganz interessantes Unterfangen. Da öffnet sich innerhalb einer tausendstel Sekunde jede noch so kleine Pore und überflutet den, gerade noch frisch geduschten, Körper mit Temperaturerhaltenden Maßnahmen. Spießrutenlaufen von Aircon zu Aircon ist zu dieser Jahreszeit eine ganz beliebte Freizeitaktivität.

Meine Püppy mag das ja ganz gerne und freut sich, dass sie als Vertreter des weiblichen Geschlechts, endlich mal nicht mehr friert. Sie kann sogar ohne mechanische Hilfsmittel schlafen. Ich als Mann allerdings (Männer wird es erst ab etwa 5 Grad ein wenig frisch) Frauen im Gegensatz dazu frieren schon ab 20 Grad Plus), gerade als ein Mann mit fortgeschrittener Wärmekapazität (Anmerk. D. Red.: im Volksmund nennt man das auch F.E.T.T.), werde bei solchen Temperaturen ganz schön ge-fordert. Was in etwa soviel bedeutet, dass ich den ganzen Tag lang locker, fröhlich mit Transperat um mich schmeiße was das Zeug hält. Alptraumhafte Bilder aus meiner Jugend tauchen da wieder vor meinem geistigen Auge auf. Damals haben sich die „Alten“ alle paar Minuten eins von diesen komischen Stofftaschentüchern aus der Hose gefingert, um sich damit die feuchte Stirn zu trockenen. Ja, willkommen im Club kann ich da nur sagen. Gut, dass ich ein moderner Mann bin, und ich das von meinem Opi geschenkt bekommene Taschentuch frühzeitig in die unterste Schublade verbannt, und gegen ein hochmodernes, ultraschickes Handtuch in Hosen-taschenformat ausgetauscht habe.

Nun haben die Strahlen, die sich ihren Weg durch unsere schützende Ozonschicht geschlagen haben, aber auch nicht nur eine angenehm lebenserhaltende Wirkung, sondern versuchen mir als hellen Hautyp auch immer noch Löcher in meinen Pelz zu brennen. Gut, dass es ab und zu auch noch Schatten gibt, wo es auch nur 45 Grad ist!!! Die Leute am Strand, die „Anderen“ scheint das komischer Weise gar nicht zu stören, ganz im Gegenteil, da werden die Finger gespreizt, und teilweise sogar noch siebziger Jahre Alupappen hervorgeholt um dem Alterungsprozess der Haut noch ein wenig unter die Arme zu greifen. Der Alterungsprozess mag sich da zwar freuen, aber nach 7 Stunden in der prallen Sonne würde ich persönlich niemandem mehr so gerne unter die Arme greifen, arme Alupappe, hat auch ein hartes Los im Leben gezogen.

So long, da werde ich glatt schon wieder ein wenig neidisch auf Niels und seine Gänse, die fliegen schön immer von einem gemäßigtem Klima in das nächste.

In diesem Sinn liebe Leute, Sommer in Deutschland ist auch etwas Schönes!!!

    

18/07/2009, auf der Suche nach neuen Wegen                                                             Etwas mehr als zwei Wochen ist es schon her, dass Kai und Helle neue, ganz eigene Wege gegangen sind. Für uns wird es erst jetzt real, dass sie nun wirklich nicht mehr da sind, denn, wie auch wir, fahren die Kollegen ja immer mal in den Urlaub - und kommen danach aber auch wieder. Kai und Helle sind bis jetzt nicht wieder gekommen, und werden sie aller Wahrscheinlichkeit auch nicht :-). So stehen wir einsam und alleine an unserem TL-Tisch, und fragen uns was wir denn jetzt machen sollen. Schließlich halten wir uns ja auch schon recht lange in den nordafrikanischen Gefilden auf. Denke hin, denke her - und, hören wir da nicht den Ruf der Wildniss, des Abenteuers, ist es nicht genau der Ruf gewesen, der uns hat unsere Koffer packen uns ins Ausland ziehen lassen??? Wollten wir nicht die Welt entdecken, sie aus den Angeln heben, ihr unseren persönlichen Stempel aufdrücken, und uns ein Platz zum Leben in ihr suchen. Steht nicht genau das auch bei uns auf der Startseite??? Ja, Du Ruf Du, wir hören Dich!!!                                                                                                                Doch wie das bei tauchenden Gemeinschaft nun einmal so ist, befinden wir uns auch ziemlich viel unter Wasser, und wie El Physiko uns lehrt, lässt sich die Richtung, aus der so mancher Ruf kommt, nicht gleich bestimmen. In Neudeutsch bedeutet das in etwa soviel, als dass wir uns nicht ganz sicher sind, in welche Richtung wir uns auf den Weg machen sollen. Sollen, oder wollen wir uns über den indischen Kontinentalteich nach Thailand, oder gar auf die Philippinen begeben, oder schon früher einen Stop auf zum Beispiel auf den Malediven machen??? Kleine Rüfleins kommen auch aus dem karibischen Betreich, da wo das Tauchen zwar nicht ganz so aufregend ist, es dafür aber deutlich besser Mojitos und Cuba Libres gibt. Erschwerend hinzu kommt ja auch noch, dass wir Euch alle, die wir in der Zeit hier kennengelernt haben auch wiedersehen wollen, und mal ehrlich, die Mecklenburger Seenplatte kommt da wohl eher nicht in Frage. Fragen über Fragen, und so reichhaltig ist das Angebot!!!                              Gut, dass wir Euch haben!!!

 

18/07/2009, auf der Suche nach dem Gegenteil von der langen Weile                         Wie Ihr ja wisst, lautet unser selbstauferlegte primärer Auftrag Euch zum einen mit News aus aller Welt auf dem Laufenden zu halten, und, noch viel wichtiger, Euch vor der bösen "langen Weile" zu schützen. Auf der Suche nach einem geeignetem Schmackerlie der Kurzunterhaltung sind wir dabei auf dem "Staplerfahrer Klaus" gestoßen.                                                                                                            Der ein oder andere von Euch, der sich schon selbst einen Schutzmantel gegen die immer wieder uns infiltrierende Frau Weile zugelegt hat, wird ihn vielleicht schon kennen, aber für uns ist er fast neu. Das mag daran liegen, dass wir hier out of europe and deep in africa leben, wo gewisse Dinge eben doch ein wenig länger brauchen.

"Monty Python meets Peter Jackson" hieß es im Mai 2001, als in Cannes der rote Teppich ausgerollt wurde und "Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag" das Publikum als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb Semaine de la Critique begeistern konnte. Es folgten weitere Festivalauftritte u. a. in Edinburgh, Sarajevo, Auckland, Austin, Toronto und Sydney. Der Film wurde mit insgesamt 17 Preisen ausgezeichnet (Preis des französischen Fernsehsenders "Canal +", 2 erste Preise beim Horror- und Fantasy-Filmfest in San Sebastian (E), der Preis der Deutschen Filmkritik 2001, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis u.a.).
"Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag" ist eine Parodie auf den berufsgenossenschaftlichen Arbeitssicherheitsfilm und integriert spielerisch Elemente des Slapsticks und des Splatters in die biedere Ästhetik des Kultur- und Lehrfilms. Egon Hoegen ("Der 7. Sinn") verleiht mit seiner seriösen Stimme ein Gefühl trügerischer Sicherheit, erzeugt ein kollektives Erinnern an Karambolagen und Stürze von Trittleitern, wie die Cinema, Europas größte Filmzeitschrift, treffend bemerkte.
Klaus (gespielt von Konstantin Graudus) ist frischgebackener Besitzer eines Führerscheins für Gabelstapler. Trotz der prätentiös vorgetragenen Anleitung zur Unfallverhinderung verliert er schrittweise die Kontrolle über sein Arbeitsgefährt. Der erste Arbeitstag gerät so zur Prüfung seiner jüngst erworbenen Fertigkeiten und kulminiert in einem Amoklauf, bei dem kein Auge trocken bleibt.

Viel Spaß bei einer lehrreiche Irrfahrt mit genügend Sicherheitsabstand vom eigenen Fernsehsessel aus!!!


09/07/2009, in unserer Wahrnehmung                                                                         Die Menschen kommen und gehen! Manche bleiben ein wenig länger und manche gehen leider auch viel zu schnell wieder. Einige von denen berühren unsere eigene Wahrnehmung, unsere Realität so gut wie gar nicht, andere widerum haben eine Tür zu unserem Herzen geöffnet und werden für immer einen Platz dort gefunden haben. Über zwei solche Menschen, die uns tief berührt, und einen Platz in unseren Herzen gefunden haben wollen wir heute schreiben, denn sie sind leider von uns gegangen!!!
Kai und Helle!!!
Natürlich sind die beiden nicht gestorben, aber sie haben sich, aus ganz unterschiedlichen Gründen auf den Weg in verschiedene Richtungen gemacht, und sind somit einfach nicht mehr bei uns.
Nun gehen uns verschiedene Gedanken durch den Kopf, an denen wir Euch gerne teilhaben lassen wollen, da ja auch Ihr die Beiden recht gut kennt.

Lieber Kai!!!
Vor ungefähr fünf Jahren bist du hier bei uns in Hurghada aufgeschlagen. Am Anfang warst Du der Neue bei uns, und wie das mit den Neuen nun einmal so ist, läuft man erst mal mehr oder weniger aneinander vorbei. Aber dann kommen ja auch die gemeinsamen Abende, wo man miteinander zusammen sitzt, dummes Zeug redet, und sich ein wenig kennenlernt. An irgendeinem dieser Tage bist auch du dann in meiner Realität aufgetaucht (hui hui, welch gescheiter Wortwitz eines Tauchers: „Aufgetaucht“, nicht schlecht). Seitdem haben wir viele gemeinsame Grillabende bei uns auf dem hauseigenen Strand verbracht, und auch viel ganz dummes Zeug geredet, aber nicht nur das!!!
Gemeinsam haben wir Abenteuer erlebt, uns neuen Herausforderungen gestellt, und den Gefahren des anderen Elements getrotzt. Ich erinnere mich noch, wie wir uns ein Boot von der Basis geliehen haben, und damit hinaus auf die See gefahren sind, um Hurghada einmal ganz anders zu entdecken. Du mit dem Kreislaufgerät, und ich mit den Doppeltanks und den Stages. Hey yo Män, das war richtig cool!!!
Auch haben wir aus der platten, zweidimensionalen Welt der „nur Kollegen“ verstanden mehr zu machen, und ja man, wir werden Dich vermissen. Schon jetzt, nur ein paar Tage nachdem Du von uns gegangen bist, merken wir, wie sich die Dinge einfach verändert haben. Du fehlst uns, und morgen wenn wir Thilos und Heides Geburtstag nachfeiern, werden wir einen Stuhl für Dich mit rausstellen. Dieser Stuhl wird immer Deiner sein, und egal wo wir uns mal befinden und niederlassen werden, wird es immer einen Platz für Dich geben an dem du willkommen bist!!!
OK, wir werden Dir natürlich auch nicht böse sein, dass Du uns hier hast einfach so hängen lassen, denn der Grund für Deine Rückkehr nach Deutschland war nicht schlecht!!! Unser „Kai der Hai“ wird Vater!!!
So long, auf diesem Weg wollen wir Dir, und natürlich auch Deiner Lady Anja alles, alles gute, ganz viel Gesundheit und noch viel mehr Glück für Eure gemeinsame Zukunft wünschen!!!

Und dann haben wir da noch den Mann mit den vielen exotischen Namen. Hel“l“mut, Stellmut, Bug Murdoch, Helle, oder aber auch einfach nur Helmut Hugo Arno Feix!!!
Ja lieber Helle, was soll ich sagen???!!!
Wir kennen uns nun seit mehr als 24 Jahren, haben so ziemlich alles mit einander erlebt, was Freunde miteinander erleben können, und nichtsdestotrotz gibt es immer noch neue Abenteuer die da vor uns zu liegen scheinen.
Schon in jungen Jahren wollten wir gemeinsam als Tauchlehrer die Welt für uns entdecken und erobern. Zwei Jahre nachdem ich dann schon einmal nach Egypt vorgegangen bin, haben wir einen Plan gemacht, wie wir Dich bei uns in der Basis unterbringen, und das obwohl Du gerade erst einmal Rescue-Diver warst. Plan gemacht, und in die Realität umgesetzt. Man waren wir gut, drei Tage bevor Du Deinen Divemasterschein bei mir fertig gemacht hast, hast Du auch schon ein Agreement inklusive Ticket in der Hand gehabt!!! Vier Jahre haben wir nun Hurghada und den Rest der Welt in Grund und Boden geROCKt und gePOPpt. Eine der schönsten Zeiten meines Lebens habe ich mit Dir hier verbracht, Könige sind wir in unseren gemeinsamen Urlauben in Thailand gewesen, und nun bist Du gegangen – und das auch noch vor mir. Nun gut, auch dein Grund zu gehen ist nicht der schlechteste gewesen, hast Du Dir doch, so ganz aus Versehen, einen wirklich coolen Job in Indonesien abgefasst. Mit der „Pindito“ wirst du in den nächsten zwei Jahren die schönsten Tauch-gebiete von Indonesien für Dich entdecken und betauchen, und dafür bekommst Du auch noch Geld – Du Sack!!! Unser aller Neid sei Dir gewiss, auch wenn Du nicht wie geplant noch zwei Wochen in Bali Urlaub machen konntest, sondern die Bilch des Zweimasters austrinken musstest…yeah!!!
Du kannst den Balinesen, Balitos, Balinisten oder wie auch immer die Jungs und Mädels dort unten heißen mögen, sagen, dass sie sich schon einmal warm anziehen sollen, denn wir werden uns wieder sehen!!!

Rockt in peace meine Freunde (R.I.P.)
Heide und Martin

26/06/2009, der Tag der Tage               

Liebe Heide!!!
Heute ist ein ganz besonderer Tag, Dein Geburtstag!!!
Aber nicht nur die alleinige Tatsache, dass Du Geburtstag hast, macht diesen Tag so besonders, nein, die Zahl 42 ist es die diesen Tag so einmalig macht – und das in vielerlei Hinsicht!!!
Früher, ganz damals als wir noch unheimlich jung waren, wurde wir als Erwachsenen erst mit 21 anerkannt. Ab diesem Tag durften wir uns selbst verwalten, in alle Kinofilme gehen, und uns auch selbst Zigaretten kaufen. Mit dem heutigem Tag bist Du nun 2 mal
21, also so richtig erwachsen.

In Douglas Adams Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ wurde dem, von den Menschen erfundenen Supercomputer die ultimative Frage nach dem Universum und dem ganzen Rest gestellt. Dieser Hypersuperduper Rechen-o-Mat hat ganze vier weitere Bücher, und etwa 10.000 Jahre dafür gebraucht um die große Frage nach dem „Warum“ und „Wieso“ zu beantworten. Nun rate einmal was die Antwort war!!!
42!!!
Zweiundvierzig ist also die Antwort auf alles, auf den Punkt wo sich alle Antworten auf alle Fragen treffen. Heute bist Du 42 geworden!!! Heute ist Dein Tag!!!!
Alle Menschen, Wissenschaftler, Politiker und himmlischen Propheten die sich heute die große Frage stellen werden, werden also auf ganz natürlich Art und Weise auf Dich treffen - Dich sehen, und einfach glücklich seien, dass es Dich gibt, denn Du bist heute die Antwort auf alle Fragen, der zentrale Punkt unseres Universums und dem ganzen Rest.

Happy Birthday liebe Heide, ich wünsche dir von ganzem Herzen alles, alles Gute, und das all Deine Wünsche in Erfüllung gehen werden!!!
Dein Martin 

Wer Heide ein paar schlanke Grüße schicken möchte, kann dies unter heide@rock-n-fly.com tun, da freut sie sich genz bestimmt drüber!!!
                                                                    

31/05/2009, irgendwo zwischen Südafrika und Schweden                                              Endlich, endlich ist es soweit, Sommer in Nordafrika!!! Mittlerweile haben sich auch die letzten Zug-Vögel ihr Ticket erster Klasse gelöst, und sich in ihre Sommerresidenz nach Mitteleuropa aufgemacht. Es ist wohl das milde Klima, der warme Sommerregen, oder aber auch nur die wunderschönen, blühenden Landschaften des Nordens mit ihren leuchtenden Rapsfeldern, bunten Wiesen mit wilden Feldblumen, was die Nomaden der Lüfte bewegt sich aufzumachen um, im Vogel-V, erhaben über unsere Köpfe nach Hause zu gleiten. Ach haben sie es nicht gut, unsere gefiederten Freunde? Gefällt es ihnen nicht mehr dort wo sie sind, breiten sie einfach, ganz instinktiv, ohne groß über Termine und abgeschalteten Strom nachzudenken, ihre Flügel aus, und erheben sich dem Himmel entgegen. Die Nase in den Wind lassen sie sich treiben über die Landschaften Afrikas – sie kennen keine Grenzen, müssen keine Papiere ausfüllen und sich Gedanken machen über ein paar geschmuggelte Bratwürstchen – die Klimazonen gleiten unter ihrem anmutigen Flug dahin, an den Gipfeln der mächtigen Alpen wird die Luft einmal kurz ein wenig dünner, und dann lassen sie sich, einfach so, dort wo es schön ist, nieder um ein kleines Froschschenkelchen zu sich zu nehmen. Wäre es nicht schön, sich einfach so mal aufmachen zu können, und dem schönen Wetter entgegen fliegen zu können, frei wie ein Vogel zu sein???
Mein alter Kumpel Nils Holgerson, seines Zeichens Gefahrensucher ganz eigener Art, hat das ja auch schon mal erfolgreich praktiziert. Sich mit einer Schar Gänse allerdings auf den Weg zu machen fände ich ein wenig anstrengend, die schnattern einfach so viel!!! Freund Carlson hat ja auch eine gute Idee gehabt, nur ist ein Propeller auf dem Rücken wohl eher was für den innerstädtischen Aus-Flug. Ja, und mir Ohren wie Dumbo wachsen zu lassen, das würde einfach nicht zu meiner neuen Frisur passen.
Von daher, gut das ich in Afrika lebe, und endlich,…endlich der Sommer da ist. Noch hängt er manchmal ein wenig durch, und wir müssen noch einen Pullover anziehen, aber grundsätzlich hat gerade der schönste Monat in Hurghada angefangen. Das Wasser wird allmählich wärmer, so dass die leicht verweichlichten Kollegen unter uns ihre Trockentauchanzüge wieder in den Schrank hängen können, und auch wenn man nach dem Tauchgang raus kommt, hat man, und ganz wichtig, sogar auch Frau, nicht mehr das Gefühl mit Eiswürfeln beschmissen zu werden. Es ist auch die Zeit in der die Natur sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Viele kleine junge Fische sind wieder im Wasser, die Schildkröten treffen sich auf der Ostseite der großen Giftuninsel um ihre Eier im warmen Sand abzulegen, und die Korallen geben innerhalb der nächsten Tage auch wieder ihre Vermehrungsprodukte ins Wasser. Was soll ich sagen … „Das Leben ist schön!!!“ 

 


 

21/05/2009, Helden und Edelstahl                                                                               Das letzte Wochenende ist ein ganz besonderes gewesen – ein neuer Held wurde geboren!!! Wie Ihr ja alle aus eigener Erfahrung wisst, sind Tauchlehrer und natürlich auch die Tauchlehrerinnen, ein ganz besonderer Schlag Menschen.                          Todesmutig stürzen sich Eure Unterwasser-Akademiker des Vertrauens jeden Tag, ohne Rücksicht auf Verlust oder gar das eigene Leben in die dunklen Tiefen der sieben Weltmeere, um neue Plätze für Euch zu entdecken, Leinen an tiefen, einsamen Wracks zu legen und um vertrauensvolle Verhältnisse zu den wilden Raubtieren des anderen Elements aufzubauen. Ja, wir sind Helden, Männer und Frauen aus Stahl!!! Aber nicht nur das, wir sind nicht nur aus Stahl, wir sind aus Edelstahl!!!                                        Edelstahl!!!                                                                                                           Das heißt wir sind von edlem Stahl, also so etwas wie königliche Helden. Wenn man unsere Linie nach verfolgt, werden wir also auch zwangsläufig feststellen, dass wir mit Prinz Eisenherz in einer Linie liegen. Gut, dass es heute bessere Friseure gibt!!! Interessant ist aber auch, dass Herr Eisenherz im Gegensatz zu uns, noch ein kleiner Held war, denn Eisen ist ja bekanntlich weicher, und rostet auch, wenn es zu lange nicht behandelt wird. Wir sind keine Weicheier, und behandeln kann man uns wie man will, wir bleiben hart, und glänzen auch noch in den schlechtesten Zeiten!!!                                           Nun, seit letztem Wochenende ist einer unserer Sympathisanten, Herr Udo W., auch Tauchlehrer!!! Willkommen im Club mein Freund!!! Interessante Zeiten kommen auf Dich zu, sei bereit den Gefahren die dir da drohen ins Auge zu schauen, nähe Dir einen Umhang, und wachse und erfreue Dich an der Aufgabe neue Botschafter und Agenten der Meere auszubilden.

10/05/2009 auf der Hälfte des Lebens angekommen                                                    Wahnsinn, das ist der absolute Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Es kommt mir noch wie gestern vor, dass ich 29, jung und dynamisch gewesen bin, und ehe ich mich versehen habe, habe ich letzten Monat schon mal wieder Geburtstag gehabt und bin 40 geworden. Wie früher die „alten“ Leute zu mir gesagt haben, wir mit zunehmendem alter die Zeit immer schneller laufen. Das ist nicht gut, denn sie läuft ja jetzt schon so schnell, dass ich mit der Erfüllung meiner Bedürfnisse fast nicht mehr hinter her komme. Woran mag das nur liegen??? Diese Frage hat mich so sehr beschäftigt, dass ich das R´n´F- Forschungsinstitut, Abteilung Gehirn, den Auftrag erteilt habe, dieser Frage auf den Grund zu gehen, und somit die nahende Midlife-Crisis ein wenig nach hinten hinaus zu schieben.
Äußerst interessant, was dabei heraus gekommen ist. Offensichtlich verhält es sich so, dass das Gehirn immer neue Reize braucht, ansonsten langweilt es sich wohl, und das Resultat ist eine gefühlte Beschleunigung auf dem Zeitstrahl.
In jungen Jahren, ganz damals, als ich als kleiner Rex noch über die Felder getobt bin, und andere kleine Rexe mir weismachen wollten, dass es cool und lustig ist einem Frosch einen Strohhalm in den Hintern zu stecken, ist alles neu für mich gewesen. Die Felder, die Bäume, die vielen bunten Blumen um mich herum,…all das war neu, und hat mein Gehirn gereizt. Und dann kam sogar irgendwann noch eine ganz seltsame Irritation der Natur, so habe ich es zumindest damals empfunden, mit ins Spiel. Die Mädchen!!! Ach war das spannend wie wir damals vor den Umkleideräumen rumgelungert haben, um mal einen kurzen Blick auf einen Menschen ganz anderer Art werfen zu können. Oh ja, das war dann schon fast eine Reizüberflutung, und die Zeit ist fast stehen geblieben. Damals kamen mir die Tage und die Wochen so unendlich lange vor, und heute, heute werde ich jeden Monat ein Jahr älter. Das ist nicht gut, also müssen Lösungen her!!!
Bevor mein neues Leben allerdings angefangen hat, habe ich erst noch einmal Geburtstag gefeiert!!! Wie das bei so feiern üblich ist, hat es auch ganz tolle Überraschungen gegeben. So hat mein „Freund“ Helle, der der mir letztes Jahr noch die 8 Meter Limo organisiert hat, mir dieses Jahr die Trommelkapelle des Hotels klar gemacht. Man war das schön!!! Zehn Minuten haben die Junges getrommelt, ägyptische Volkslieder dazu gesungen, und ich musste Tanzen. Da habe ich mich so richtig gefreut, vor allem, weil es alle gesehen habe!!! Ein wahres Blitzlichtgewitter ist über mich hergezogen, alle haben geklatscht und Spaß gehabt.
Ihr da draußen, ich habe mir alle eure Gesichter gemerkt, und nur für den Fall, dass einer von Euch ganz zufälliger Weise mal über seinen Geburtstag hier sein sollte, wird meine Rache vernichtend sein…yeah!!! Aber, das war aber auf jeden Fall schon einmal neu!!! In dem Moment, in dem ich auf der Bühne mit all meinen Zuschauen gestanden habe, habe ich auch schon mal eine ganz klare Verlangsamung der Zeit gespürt. Gefühlte zwei Stunden habe ich dort gestanden und getanzt.
Eine wirklich große Freude war, dass mein alter Freund „Denis mit P“ extra zu meinem Geburtstag aufgetaucht ist. Extrem coole Aktion man, ich habe mich wirklich riesig gefreut!!!
Abends sind wir dann ins Matrix, die neue Bar um die Ecke gefahren. Die grundsätzliche Idee des Abends ist gewesen mich wieder mal so richtig jung zu fühlen, also habe ich versucht mich so zu betrinken wie damals, so wie man das in jungen Jahren gemacht hat. Das heißt, nach dem dritten Bier schon einen temporären Ausfall des Sprachzentrums nachweisen zu können, sich so daneben zu benehmen das es am nächsten Tag Anrufe von peinlich berührten Bekannten gibt bis der Arzt kommt, und das alles gekoppelt mit einem totalem Erinnerungsverlust. Auf dem Weg dorthin haben wir sogar mal wieder geheadbangt was das Zeug hält,…und klappt noch. Gut, am nächsten Tag habe ich zwar ein Schleudertrauma dritten Grades verzeichnen können, aber abends war es ziemlich cool!!!

   

Davon mal ganz abgesehen haben wir den Abend auch ein altes Projekt neu aufleben lassen. Zwar hat das mit dem Betrinken nicht so richtig geklappt, wir sind einfach viel zu früh nach Hause gegangen, woran auch immer das gelegen haben mag…vielleicht werden wir doch einfach erwachsen…aber wollen wir nicht vom Thema abweichen, dem Projekt. Also wie gesagt, betrunken waren wir nicht, aber ein paar ordentliche Projektbilder haben wir noch geschossen, und die haben die Zeit doch wieder für einen Moment stehen lassen!!! Mehr zu diesem Projekt die kommt die Tage…!!!

21/04/2009, gestern 14.30 Uhr, in Shaab Saiman                                                       Was sind schon die "Big Five", wenn man den größten Käse ein Besuch abstatten kann. Aber, soll ich nicht, wie üblich, besser von ganz vorne anfangen??? Also gestern, dann habe ich mir ein paar Leute geschnappt, ich mache das eigentlich jeden Tag, in meinem Fall nennt man so etwas Arbeit, und wir haben uns auf den Weg nach "Shaab Saiman" begeben. Siman heißt soviel wie Friedenstaube...wird aber von uns, aufgrund der vorliegende Ereignisse, nur noch "Shaab der dicke Wal" genannt. Und damit wäre wir auch schon beim eigentlichen Thema.                                                                   Aber fangen wir doch lieber wieder mal von ganz vorne an!!! Nach zwei ganz ausgesprochen schönen Tauchgängen, an einem Riff der Extraklasse waren wir so gegen 14.25 Uhr wieder zurück an Bord unseres Bootes. Wir haben Schildkröten, Adlerrochen, viele bunte Fische, und auch eine Barrakuda gesehen. Das war ein guter Tag!!! Jetzt können wir wieder los. Aber anstatt unser Boot in Richtung Norden zu lenken, war unser Kapitain der Meinung seinen Bugt in Richtung Saudia Arabien ausrichten zu müssen. Ich höre ihn noch Walhai rufen, als wäre es eben gewesen. Hey yeah, Walhai sounds good!!! Schnell den Adrinalinspiegel hoch gefahren, die Kameras gezückt, und Klick Klick, werden die ersten Bilder geschossen. Ahh was für ein Anblick wie das Tier neben dem Boot elegant, mit anmutigen Schlägen seiner Flunke durch das Wasser gleitet. Flunke??? Das hätte jetzt ja schon mal der Moment sein sollen wo vielleicht zumindest einer von uns aufmerksam hätte werden sollen. Kann ja wohl nicht wahr sein, nicht mal dem Guide an Bord, dem Unterwasser Akademiker ist diese Sonderheit der Natur aufgefallen. ""Alarm, schaut mal er kommt sogar hoch an die Oberfläche!!! Aber was ist den das, uns Freund hat erst einmal ein Fussball großes Loch im Kopf!!! Das ist definitif kein Walhai, sondern ein Wal, ohne Hai!!!

Ein Wal!!! Ein richtig echter Wal wie man ihn sonst nur aus dem Fernsehen kennt!!! Zu Hause angekommen haben wir natürlich gleich diverse Fischführer gewälzt und sind uns nun nicht mehr sicher, ob es wirklich ein Buckelwal, oder aber ein Finnwal war. Hey, ein Finne in Hurghada...cool!!! Finnwale werden übrigens bis zu 25 Meter lang, was bedeutet, das egal ob wir ein Buckewal, oder aber ein Finnwal gesichtet habe, es in beiden Fällen "nur" ein kleines Jungtier war. "Nur" finde ich wirklich lustig, es war ein WAL...Buckel oder Finne spielt absolut keine Rolle, es war ein Waaaaaaaal!!!!!

 


04/02/2009, bei Uwe und Maren, und von Freitag bis Samstag im Nil Hospital                 Ohh Mama!!! Das war aber eine äußerst spannende Woche. Dafür, dass die letzten Wochen mehr oder weniger gemütlich vor sich hin geplätschert sind, ist es in den letzten Tagen ganz schön nach vorne losgegangen. Und das alles, weil uns das Leben mal wieder daran erinnert hat, dass es selbst genau dass ist, was passiert während wir fleißig ganz andere Pläne machen. Angefangen hat alles mit meinen Friseurtermin. Klar, der war schon geplant, aber eigentlich erst für das Jahr 2015 oder geringfügig später. Dass er jetzt unwesentlich nach vorne verlegt wurde, hat mich dann auch selbst überrascht – da muss ich in Gedanken wohl wo ganz anders ge-wesen sein. Auf jeden Fall haben meine wundervolle Lady und ich uns am Abend des 28/01 bei Uwe und Maren zwecks eines Design-Termins eingefunden. Natürlich haben wir ein paar Kaltgetränke zur Erfrischung, und wahrscheinlich auch zur Herabsetzung der Hemmschwelle, dabei gehabt, und während wir noch gemütlich beieinander gesessen haben, habe ich mich auf einmal auf dem Stuhl der Veränderung wieder gefunden. Mit Uwe noch völlig im Gespräch vertieft, sind dann auch, ohne dass ich mir dessen was da auf dem Dach meines Rechenzentrums passiert wirklich bewusst war, ordentlich die Fetzen geflogen…oder um es fachlich korrekt auszudrücken, habe ich ordentlich Haare gelassen. Eins muss ich Maren lassen, sie hat wirklich Ihr Bestes gegeben, und sich, insofern es überhaupt möglich war, nach meinen Wünschen gerichtet. Und, das wird wohl genau das Problem gewesen sein…!!! Jetzt trage ich einen Helm!!! Gut, dass es meiner Püppy in ihrer Übergangsphase, sie lässt sich die Haare gerade lang wachsen, nicht anders geht. Ihr Helmmodel ähnelt dabei allerdings eher einem coolen Braincap, mein Model kommt mehr so in Richtung extrem uncooler Jet-Helm. Aber, Optimisten wie wir nun einmal sind, sehen wir auch hier drin noch einen Vorteil, denn wenn wir uns in unserem kommendem Thailand Urlaub mal wieder eine Peitsche Namens Honda „Melody“ ausleihen, können wir, ohne das es auffällt und wir Probleme mit den örtlichen Ordnungshütern bekommen, ohne Schutzvorrichtung, mit dem Wind im Haar durch die Gegend cruisen. Na mal ehrlich ist das nicht der Hammer???!!! Nachdem ich meine langjährigen haarigen Gefährten wieder vom Boden eingesammelt habe, musste ich mich auch erst mal für einen Moment setzen, und das Geschehene auf mich wirken lassen. Ich komme nicht umhin zuzugeben, dass mir schon die eine oder andere Träne gelaufen ist, aber Uwe, ein Mann wie ein Berg, mein Fels in der Brandung war für mich da, so wie ein Rogga für den anderen da ist. Gemeinsam haben wir die zaghaften Headbanging-Versuche unternommen, und siehe da, es geht noch…yeah!!! Nun werde ich mich in den kommenden Tagen auch mal eingehender mit meinen Weihnachtsgeschenken auseinandersetzen. Ich denke mal die Haarwuchsmittel von Steffi und René aus Amerika werden neues Material, wie junges, kräftiges Korn, auf Onkel Karls Acker im Frühling, in Hülle und Fülle sprießen lassen. Unterstützend wird Udos Haarwaschmittel und die darauf abgestimmte Haartinktur gegen erblich bedingten Haarausfall, zum Einsatz kommen. Na da kann ja nichts mehr schief gehen!!! Den Nasen.-und Ohrhaarrasierer werde ich allerdings, aus reinem Selbsterhaltungstrieb im Bezug auf mein Ego, und auch um mir keine schwerwiegenden Verletzungen an meinen Vestibulum zuzuziehen, im Regal stehen lassen.

 


Aber das war noch nicht alles, neeeiiin, zwei Tage später ging es richtig los. Hierfür muss ich aber noch ein wenig ausholen!!! Vor etwa sechs Wochen habe ich bei mir im Versorgungsanschluss meines ganz persönlichen frühen Entwicklungsstadiums, kurz Bauchnabel, eine etwa erbsengroße, nicht dorthin gehörende Beule lokalisiert. Alarm, mein Nabel ist gebrochen!!! Etwas was man nie, nie, aber auch wirklich niemals machen sollte, ich aber doch aus Unwissenheit getan habe, ist nach solchen Entdeckungen im Internet nachzuforschen, und vielleicht noch Bilder über Google zu suchen, denn was man dort findet, entspannt auf gar keinen Fall. Eher fühlt man schon die feuchte Erde des Grabes in dem man sich nun vermutet. Die medizinische Versorgung in Hurghada ist zwar nicht unbedingt dass, was man als schlecht bezeichnen kann, aber ein bisschen Glücksache ist es schon. Es kommt nämlich immer darauf an, an wen man gerade mal gerät. Ich habe da ausgesprochenes Glück gehabt, und bin im „Nile Hospital“ welches auch gleich bei uns um die Ecke liegt, an Herrn Dr. Ehab Edward Zaki geraten. Der gute Mann ist Chirurg, hat in England studiert, und arbeitet grundsätzlich in Kairo in einer Privatklinik. Der ist seinem Namen auch völlig gerecht geworden und hat mich Zak-Zaki einer absolut fachgerechten Untersuchung unterzogen. Diagnose Nabelbruch!!! Grundsätzlich ist das gar nicht so schlimm, und muss nicht unbedingt operiert werden. Dem gegenüber steht aber auch die Einschränkung nicht schwer heben zu dürfen, und Tauchen ist bei einem Nabelbruch auch nicht so von Vorteil. Das hängt damit zusammen, dass wir in unseren Gedärmen, der eine mehr, der andere weniger, ganz viele Gase haben. Nun kommt im Zusammenhang mit Tauchen ein Gesetz, das uns allen geläufig ist, oder von dem wir zumindest schon einmal gehört haben, zum tragen. 

Gesetz von Boyle-Mariotte
Das Gesetz von Boyle-Mariotte, auch Boyle-Mariottesches Gesetz oder Boyle-Mariotte-Gesetz und oft mit Boyle'sches Gesetz abgekürzt, sagt aus, dass der Druck idealer Gase bei gleichbleibender Temperatur und gleichbleibender Stoffmenge umgekehrt proportional zum Volumen ist. Erhöht man den Druck auf ein Gaspaket, wird durch den erhöhten Druck das Volumen verkleinert. Verringert man den Druck, so dehnt es sich aus. Dieses Gesetz wurde unabhängig von zwei Physikern entdeckt, dem Iren Robert Boyle (1662) und dem Franzosen Edme Mariotte (1676): (isotherm)
Für T = const und n = const gilt:

 p \sim \frac{1}{V} \qquad \qquad p \cdot V = \text{const} \qquad \qquad \frac{p_1}{p_2} = \frac{V_2}{V_1}

Für alle die noch kein Physikstudium abgeschlossen haben: Dies Gesetz sagt aus, dass ich wenn ich beim Tauchen auftauche, und so was passiert in der Regel am Ende von einem Tauchgang, sich die Gase, welcher Art auch immer, in meinen Gedärmen ausdehnen werden. Nun könnte man denken, dass das doch wohl kein Problem darstellen sollte, denn immerhin hat uns unser werter Schöpfer, doch genau zu diesem Grund, und nicht nur um damit komische Geräusche zu machen, so eine Art Überdruckventil am Ende unseres Verdauungstrakts installiert Nun der Gedanke ist leicht nachzuvollziehen, aber aus medizinischer Sicht verhält sich das ein wenig anders. Was passieren könnte ist, dass ich am Ende ungewollt einen großen Luft.- bzw. Gasballon vor meinem anderen Ballon vor mir her trage. Sollte das passieren hätte ich ein äußerst akutes, und vor allem ernsthaftes Problem. In diesem Sinn bin ich es die letzten Wochen ein wenig vorsichtiger angegangen, und wollte mich eigentlich in Thailand operieren lassen. Die Schurken aber wollten da unverhältnismäßig viel an Tauschmitteln für haben. Also wohl doch HRG. Am Donnerstag habe ich dann noch einmal im „Nile Hospital“ vorgesprochen, und dann ging alles wirklich Zaki-Zaki. Am nächsten Tag hatte ich dann auch gleich einen Termin. Das alles ging so schnell, dass ich nicht einmal richtig Zeit hatte darüber nachzudenken was ich dort überhaupt tue… So wurde ich am Freitag, nachdem ich mich tagsüber noch einmal in die Fluten gestürzt habe, im Rollstuhl, begleitet von meiner Heide, und zu deren Unterstützung noch begleitet von Thilo, in einem rosa Leibchen in den OP gefahren und bearbeitet. Das ganze findet übrigens unter Vollnarkose statt. „Cool“ war mein erster Gedanke, dann versuche ich während sie mir die Narkose verabreichen mich noch so lange wie möglich wach zu halten, um, ganz legal, den ultimativen Flash mitzubekommen. Das war dann wohl ein Satz mit „X“, zweimal die Augen zugemacht, um dann im Zimmer wieder aufzuwachen. Ach da waren sie wieder, mein Supportteam, Heide und Thilo…brav haben sie vor dem OP gewartet, die Stellung gehalten, und sich den Dingen hingegeben die da kommen werden. Allerdings kam da vorerst gar nichts, zumindest ich nicht. Obwohl der Arzt vorher die Info, dass der Eingriff alles in allem auf gar keinen Fall länger als eine Stunde dauern würde, raus gegeben hat, bin ich nach 90 Minuten immer noch nicht wieder zu sehen gewesen. Mich hat das zwar nicht so sehr gestört, mein Team allerdings war schon ein bisschen nervös. Zwischendurch war der Narkosearzt, der Heidi versprochen hat unter Einsatz seines Lebens die Augen nicht von mir zu wenden, mit einer Tüte Chips, auf dem Flur anzutreffen, und ein anderer Arzt hat irgendwas von Komplikationen erzählt. Kein Wunder, dass Heide am nächsten Tag genauso gut aussah wie ich!!! Im Übrigen wird während der OP der Bauch, um mehr Platz zum arbeiten zu haben, mit Gas aufgepumpt. Wo auch immer, und vor allem auf welchem Weg, es nach dem Schließen der Bauchdecke den Körper wieder verlassen mag, ich will es nicht wissen – Hauptsache es geht wieder weg, denn ansonsten müsste ich wohl demnächst zusätzliche Abtriebsmittel beim Tauchen mit mir führen. Ach so, beinah hätte ich es vergessen, das OP-Team war auch so gut, uns die raus geschnittenen Überbleibsel mit auf den Weg nach Hause zu geben. Ob das, was dort in dem Becher voll mit Alkohol, allerdings eine neue Art von Tequila mit Wurm, mein noch im Mutterbauch, alla Stephen King, absorbierter kleiner Bruder, oder aber einfach nur Gewebereste die uns zur Entsorgung mitgegeben wurden, waren , weiß ich nicht. Ich hoffe mein Bruder, dessen ich mir bis jetzt noch nicht bewusst war, ist mir im Nachhinein nicht böse, aber ich habe ihn einfach im Klo weggespült.
Alles in allem haben wir also eine wirklich spannende Woche hinter uns!!!
Die nächsten paar Tage werden wir uns nun ausgiebig der Urlaubsvorbereitung widmen, denn heute in 10 Tagen schauen wir schon vom Fenster unseres, im 77ten Stockwerk gelegenen Hotelzimmers, über Bangkok!!!

26/01/2009, 17.30 Uhr, bei einem letzten Griff ins Haar                                                 Ihr habt gewählt!!! Der Drops ist sozusagen gelutscht, die Katze aus dem Sack, und es macht allen Anschein, als wenn ich mir nun eine Millenium Frisur machen lassen muss. Meine Wahl wäre ja eher auf die siebziger Jahre Frisur gefallen, aber wofür haben wir den wohl ein Voting veranstaltet…? Genau, damit Ihr mitbestimmen dürft wie sich Mr. Martin Marienhagen demnächst im Roten Meer zum Heinz machen darf. Für diejenigen unter Euch die sich erst später zu unserem Unterhaltungs-programm dazugeschaltet haben, Stein des Anstoßes ist ein Photo aus dem Jahr 2008 gewesen was wir schon einmal in dem Kurzbericht, aus Herrn Moshammers Haarimplantats-zentrum, veröffentlich haben. Die eigentliche Initialzündung hat allerdings, in Form eines äußerst liebevoll gestalteten Leserbriefs, Herr Ingolf eingeleitet. Um eine lange Rede kurz zu gestalten, …morgen geht es zum Friseur!!! Und ja, ich habe Angst, schließlich trage ich seit mehr als 15 Jahren das was ich auf dem Kopf habe mit mir herum, und sich davon, im wahrsten Sinn des Wortes, zu trennen wird bestimmt nicht so einfach sein. Und was ist wenn ich gar nicht den von mir erwarteten Schritt nach vorne gemacht habe, sondern danach einfach nur doof aussehe??? Ich könnte mir gut vorstellen, dass vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht hier jetzt gerade dem ein oder anderem der Gedanke „hey blöder geht doch gar nicht“ durch den Kopf geht, aber lasst Euch von mir gesagt sein, über die Ängste und Gefühle anderer Leute lacht man nicht!!! Gut, morgen geht es also los, wir werden Euch, wenn ich es überlebt habe, aller spätestens bis zum Wochenende eine paar Bilder präsentieren, und dann gemeinsam darüber philosophieren, ob es eine gute Idee war sich von äußeren Mangelerscheinungen leiten zu lassen.  

 

Schön, dass es Wahlen gibt, da kann jeder seine Meinung zu einem tollen Thema abgeben!!! Das Ergebniss spiegelt zwar die Meinung der Allgemeinheit wieder, muss uns aber nicht allen gefallen!!! Nun wer hätte das gedacht?! Was so eine Wahl doch nicht alles an die Oberfläche bringt. Man könnte fast meinen, dass ich irgendwem weh getan, oder aber sein Spielzeug geraubt habe. Wie zum Teufel seit Ihr auf die Millenium Frisur gekommen...oder möchte sich da jemand einen Spaß mit mir erlauben, einen Witz auf Kosten anderer, meine, machen??? Meine Püppy sitzt jetzt schon den ganzen Tag vor dem Rechner, und sucht alternative Millenium Haarprachten heraus


   

15/01/2009, 19.19 Uhr in einem Tal voller  Tränen                                                         Tja, nun ist es einmal soweit. Unser aller, aller liebster Timm hat sich aus dem Staub ge macht!!!... und uns arme kleine Fratze so einfach in unserem Tal der Tränen zurück gelassen. Lieber Timm, liebe Christina!!! An dieser Stelle wollen wir Euch beide noch einmal viel Glück auf all Euren Wegen wünschen, und drücken Euch die Daumen, dass Ihr beiden Euren Platz auf dieser Welt findet!!!                                                        Timm meint dazu:                                                                                         

Liebe Freunde, liebe Tauchsportbegeisterte und liebe Gäste des Diving Centers!

Nach fast insgesamt 15 Jahren am Roten Meer, davon 2 Jahre als Tauchlehrer und 10 Jahre als Basisleiter im Diving Center, ist für mich die Zeit für eine Veränderung gekommen. Am 28.12.2008 habe ich meine Stellung an meine Nachfolgerin Sabrina und ihren Stellvertreter Michael übergeben. Die beiden üben sich bereits seit Mitte Dezember fleißig als neues Führungsteam, für die Zukunft wünsche ich ihnen viel Erfolg und alles Gute. Ich bin sicher, sie werden einen hervorragenden Job machen.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die ich während der langen Zeit  kennenlernen durfte, von denen ich gelernt habe, denen ich etwas beibringen durfte, und die mit mir über meine Späße gelacht haben.
(Anmerk. d.Red: War da nicht mal was mit einer Schildkröte mit 6 Brustwarzen, die gerade 7 Junge gesäugt hat...)
Ein ganz besonderes Dankeschön aber an meine beiden Chefs, auch für die wunderschönen Abschiedspräsente, und an alle Kollegen und Kolleginnen, für die gute Zusammenarbeit.

Es würde mich freuen, Euch auf der Boot 2009 zu treffen oder den ein oder anderen Eurer Wege über und unter Wasser zu kreuzen.
Ab Ende Januar 2009 werden Christina und ich vorerst auf Reisen gehen, dabei aber immer ein offenes Ohr und Auge für einen neuen Aufgabenbereich haben.

Viel Gesundheit, Zufriedenheit und immer eine handbreit Wasser unter dem Bauch,

Euer Timm 

!!!Homepage von Christina und Timm!!!


  

07/01/2009, Hurghada im neuen Jahr                                                                           Schönen guten Tag liebe Leute von Heute, und willkommen im neuen Jahr. Die letzten Tage haben wir mal genutzt um uns einen Überblick über das vergangene Jahr, den Western von gestern, zu verschaffen. Gut, dass wir unsere eigene Homepage haben, auf der wir das Jahr dokumentiert haben, so ist uns die Auswertung der Erlebnisse deutlich einfach gefallen. Alles in allem scheinen wir ein wirklich schönes und spannendes 2008 gehabt zu haben.
Angefangen hat das Jahr mit einem erleb-niss.- und kulturrei-chen Aufenthalt in dem wunderschönen Thailand. Wir haben Freunde getroffen, ge-feiert bis der Arzt kommt und eine Zeit gehabt von der wir un-seren Kindeskindern noch erzählen werden Das allerdings sollte wohl nur  der  Auftakt zu einem unheimlich spannendem Jahr werde!!!
Kurz nach unserer Rückkehr in die heimischen Gefilde, haben Kollege Werner und ich uns mit schwerem Gerät in die Tiefen des hurghadaianischen Tauchgebiets gestürzt, um endlich mal die Bereiche unseres Arbeitsplatzes zu erforschen, wo wir sonst nicht hinkommen und immer wieder mit der Frage“ wie mag es da unten wohl aussehen, was mag dort wohl nur sein“, ausgebremst wurden.
Rückwirkend betrachtet kann ich für mich wohl sagen, dass der März der schönste, und auch ereignisreichste Monat gewesen ist!!! Meine Schwester hat Herrn Jo Will geheiratet, und ist auch gleich einen Monat später Mutter geworden. Lina, meine Nichte, wird nun bald ein Jahr alt, und ist schon ein richtiges Babe!!! Deswegen haben wir sie auch für die nächsten Wochen als Supersymphatisant gewählt.
Im April habe ich, wie jedes Jahr, Geburtstag gehabt, und meine Kollegen und Freunde, ganz herzliches Dankeschön noch mal an Euch alle, haben mir eine ECHTE Überraschung gemacht. Obwohl ich sterbenskrank im Bett gelegen habe, habe sie mich dazu genötigt den üblichen Geburtstagsgrillabend zu veranstalten!!! Allerdings...haben sie mir den mit einer acht Meter langen Stretch-Limo garniert, und gemeinsam sind wir vor dem Tod, der mir schon eine Hand auf die Schulter gelegt hatte, davon gefahren und haben Hurghada unser wahres Gesicht, dass der eigentlichen Stars, gezeigt.

 
Die Fahrt in dem Bluesmobil hat Heide und mich auch dazu animiert Entscheidungen zu treffen. So eine Automobil brauchen wir auch...und Glück gehabt, knapp sechs Wochen später hat sich „Vera“ zu uns gesellt, um unseren Tag mit Ihrer Anwesenheit zu verschönern. Aber „Vera“ ist auch eine Dame etwas fortgeschrittenerem Semesters, und der Zahn der Zeit nagt an ihr!!! Dementsprechend hat auch sie ihre kleinen Problemchen. So hat sie zum Beispiel einen Loch im linken Socken. Was ja grundsätzlich kein Problem darstellt, denn da nimmt man einfach mal die Ersatzsocke, und...die hat auch ein Loch!!! Seitdem weiß ich auch was eine never ending Story ist...und, ich weiß dass sich einen Hubschrauberlandeplatz auf Hinterkopf befindet. Anfang des Jahres habe ich ja schon festgestellt, dass ich fett bin, nun habe ich noch eine Lady mit einem Sockenschuss, und eine Glatze die auch als Landesignal für Außerirdische fungieren könnte. Soviel zu dem Tiefen in diesem Jahr!!! Ich kann nur sagen, „gut, dass ich Freunde habe...“, aber da kommen wir später noch einmal zu.
Mitte des Jahres waren wir auch mal wieder zu Besuch in der guten alten Heimat. Da haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen Adrian, den Tätowierer unseres Vertrauens, aufzusuchen, und uns ein bisschen bearbeiten zu lassen. Wir haben geredet, gelacht, die Maschine wurde geschwungen, und...wir haben auch gelitten. Das war sooo schön, dass wir dieses Thema auch als Grundlage für unsere erste Hurghadawood-Produktion gewählt haben.
Nach unserer zweiten Produktion ende November waren wir so geschafft, dass wir noch mal ein paar Tage Auszeit genommen haben, und mit Thilo und Claudia nach Dahab gejettet sind um mal das „Blue Hole“ zu inspizieren.
Einzig der Dezember hat uns ein wenig traurig gestimmt, da unser Basisleiter M.Timm (nach eigener Aussage steht das M für Maschine“) uns zum Ende das Monats verlassen hat, und sich, mit seiner Lady Christina, wieder in die große weite Welt aufgemacht hat. Wir sagen dazu: „Hey Män, wie der Highländer zu sagen pflegte, es kann nur einen geben...und wir wünsche Dir auf Deiner Reise und auf Deiner Suche nach einer neuen, schöneren Welt viel Glück“.
Im Dezember ist aber auch das Fest der Liebe!!! Und zu dieser Zeit haben wir einen Teil derer die wir Lieb haben, bei uns zu Besuch gehabt. „Echte“ Freunde!!! Wir haben wirklich viel Spaß gehabt und Heide und ich wurde reichlich be-schenkt. Unsere Freunde haben uns nicht nur mit ihrer Anwesenheit beglückt, sondern sie haben uns, mir im ganz speziellen Fall, auch kleine Geschenke mitgebracht. René und Steffi zum Beispiel haben, neben überlebenswichtigen Ersatzteilen für unsere Vera, mir aus Amerika ein Nasen und Ohrhaar-rasierer mitgebracht!!! Cool!!!                               Udi und Urso (nebenberuflich Transporter) haben mich mit einem Haarwässerchen gegen erblich bedingten Haarausfall beglückt. Cool!!! Ist das nicht schön, wenn man Freunde hat die mit einem leiden!!!
In diesen Tagen hat auch die „never ending Story“ dank Herrn Udi (the Transporter) ein glückliches Ende genommen. Was ist es schon für einen man wie ein Berg sich ein paar 235ger Schlappen unter denn Arm zu klemmen, und im Flugzeug nach Ägypten mitzunehmen. Über die Frage der Dame am Check-in-Schalter, was er denn mit Winterreifen in Ägypten wolle, haben wir uns dann auch noch ein paar Tage herzlich amüsiert.
So long liebe Roggas und Angels, unter dem Strich können wir sagen, dass das vergangene Jahr eine ganz große Nummer mit vielen schönen Erlebnissen gewesen ist. Damit dem auch so bleibt, haben wir schon mal für Mitte Februar die nächsten Flüge nach Thailand gebucht, und für diese Zeit auch schon mal einen Termin mit unserem Automobilmechaniker gemacht, um Vera in die neuen Socken zu helfen und sie ein wenig zu pimpen!!!
Euch allen wünschen wir auch für das neue Jahr viel Spaß,
Heide und Mr. Rex